Berlin : Linke gedenkt der Opfer des Stalinismus

In Friedrichsfelde werden Nelken niedergelegt

Der Stein für die Opfer des Stalinismus – in der Gedenkstätte der Sozialisten in Friedrichsfelde – soll bei der traditionellen Kundgebung der Linken für Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht am 13. Januar besonders gewürdigt werden. „Den Opfern des stalinistischen Terrors soll Namen und Gesicht gegeben werden“, beschloss der Kreisvorstand der Linkspartei in Hellersdorf-Marzahn. Mit Nelken, an denen Zettel mit den Namen von Menschen befestigt sind, die in der Stalin-Ära ermordet wurden oder in den Arbeitslagern starben. Der Landesvorstand der Linken hat sich dieser Initiative jetzt angeschlossen und den Genossen Literaturhinweise an die Hand gegeben, denen persönliche Schicksale und Namen der Opfer zu entnehmen sind. Wenn einige hundert Zettel zusammenkämen, gäbe es für den Gedenkstein mehr öffentliche Aufmerksamkeit. Urheber der Idee ist Bernd Preußer, Kreisvorstandsmitglied der Linken in Marzahn-Hellersdorf. Er selbst will auf der „Karl und Rosa“-Kundgebung an die Schauspielerin Carola Neher erinnern, 1900 in München geboren und im Arbeitslager Sol-Iljetzk 1942 an Typhus ums Leben gekommen. Ihr Mann wurde von den Stalin-Schergen erschossen.

Den Stein für die Opfer des Stalinismus, der im Eingangsbereich der Gedenkstätte in Friedrichsfelde liegt, gibt es erst seit einem Jahr. Der Förderkreis „Erinnerungsstätte der deutschen Arbeiterbewegung“, in dessen Vorstand Sozialisten und Sozialdemokraten sitzen, hat ihn finanziert und aufgestellt. Innerhalb der Linkspartei führte dies zu heftigen Diskussionen. Übriggebliebene Alt-Kommunisten fühlten sich damals provoziert. Die innerparteiliche Debatte könnte durch die überraschende „Nelken-und-Namen“-Offensive neuen Auftrieb bekommen. za

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