Berlin : Linke will Energienetze in Senatsregie

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Zehn Bewerber für das Strom- und Gasnetz haben bei der Senatsfinanzverwaltung ihr Interesse bekundet, die Netze nach Auslaufen der Konzessionsverträge in 2013 (Gas) und 2014 (Strom) zu betreiben. Für Ex-Senator Harald Wolf (Linke) ist es höchste Zeit, dass der Senat klärt, in welche Richtung er bei der Vergabe der Konzession gehen will. „Wir wollen eine Rekommunalisierung der Netze. Eine Genossenschaft könnte auch Anteil daran haben“, sagte der energiepolitische Sprecher seiner Fraktion. Wolf meint damit die neu gegründete Genossenschaft „Bürger Energie Berlin“, die in den nächsten Monaten einen dreistelligen Millionenbetrag sammeln möchte, um den Netzbetrieb zu übernehmen.

„Netze als Lebensadern der Stadt gehören in öffentliche Verantwortung. Sie haben auch eine Schlüsselfunktion in der Energiewende“, sagte Wolf. Im Gegensatz zu dem von Vattenfall genannten Sachzeitwert von drei Milliarden Euro für das Netz rechnet Wolf mit einem Ertragswert von 370 Millionen Euro. Der Sachzeitwert gilt als Herstellungswert für eine neu zu errichtende Anlage. Der Ertragswert gibt den aktuellen Kapitalwert wieder. Wolf schlägt vor, in Berlin eine Netzgesellschaft für alle Netze zu gründen, um Synergieeffekte zu nutzen. Aus den Erträgen dieser Gesellschaft könnten die Schulden zur Finanzierung der Netze beglichen werden.

Die Linke unterstützt das Volksbegehren des Energietisches, Stadtwerke und eine Netzgesellschaft zu errichten, um ab 2015 das Stromnetz zu übernehmen. Die Stadtwerke sollen gewährleisten, dass die Energieversorgung perspektivisch zu 100 Prozent auf dezentral erzeugte erneuerbaren Energien basiert. Sabine Beikler

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