Literatur : Glühende Landschaften – das Buch zum Grillen

"Durch Barbecue lassen sich Kriege verhindern", meint Sven Dörge, deutscher Profi-Grillmeister. In seinem ersten Kochbuch räumt er mit den Mythen der glühenden Leidenschaft auf.

Solveig Rathenow
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Natural Born Griller. Am liebsten legt Barbecue-Profi Sven Dörge frische Ananas aufs Rost. -Foto: Günter Peters

Wieder ein sonniges Wochenende, an dem die Rauchschwaden tief über den Parks hingen: Die Berliner Grillleidenschaft ebbt auch nach Ostern nicht ab.

Gut so, meint Sven Dörge, deutscher Profi-Grillmeister und Organisator der Grillmeisterschaften am Bundespressestrand: „Durch Barbecue lassen sich Kriege verhindern. Denn Grillen ist einfach Entspannung pur.“ Es sei denn, der Frieden wird erheblich gestört, wie an diesem Wochenende im Tiergarten: Dort reagierte ein grillender Familienvater äußerst unentspannt, als ein Ball seinen Kinderwagen traf. Mit einem Messer ging der 39-Jährige daraufhin auf drei Fußballspieler los. Ein Handgemenge folgte, am Ende stand der Vater mit einer Platzwunde am Kopf da, die jugendlichen Kicker erlitten Stichverletzungen.

Friedensbedrohend wirken regelmäßig auch die Abfälle, die Griller hinterlassen. „Der Müll ist ein Problem“, gibt Profigriller Döger zu. Von einer Grillgebühr oder einer Grillpolizei hält der Berliner aber nichts: „Wir sind die Schweine, also sollten wir nicht aufs Ordnungsamt schimpfen, sondern unseren Müll einfach wieder mitnehmen. Wer grillt, sollte auch Verantwortungsgefühl für seine Umgebung besitzen.“ Privat grillt Döger lieber in seinem Garten in Heiligensee als im Park – „da ist es ruhiger“ . Überhaupt ist Ruhe ein wichtiger Zustand für den gelernten Ingenieur: Er stieg aufs Grillen um, weil ihm sein Job im Hochbau zu stressig wurde. 2004 gründete er seinen Grill-Cateringservice „Barbeque Company Berlin“.

In seinem ersten Kochbuch „Grillen“ (Südwest Verlag, 12,95 Euro) räumt er nun mit Mythen der glühenden Leidenschaft auf: Bier zum Ablöschen ist „totaler Quatsch und bringt gar nichts“. Es muss auch nicht immer Steak sein: Papaya und Melone machen sich auf dem Rost ebenso gut, denn „warum sollte nur Kochen kreativ sein?“. Sein liebstes Grillgut ist übrigens Ananas, „die wird auch noch gegessen, wenn alle längst satt sind“.

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