Liveticker Berlin am Morgen : BER ohne Leipzig, Späti ohne Alkohol

Hartmut Mehdorn widerspricht Alexander Dobrindt. Autofahrer müssen am Tempelhofer Damm noch mehrere Tage mit einer Teilsperrung leben, und soll es nachts im Späti keinen Alkohol mehr geben? Unser Liveticker "Berlin am Morgen" hier zum Nachlesen. Diskutieren Sie weiter mit!

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Flughafenchef Hartmut Mehdorn hat heute Morgen Dobrindts Leipzig-Vorschlag zurückgewiesen. Foto: dpa/Hannibal Hanschke
Flughafenchef Hartmut Mehdorn hat heute Morgen Dobrindts Leipzig-Vorschlag zurückgewiesen.Foto: dpa/Hannibal Hanschke

12.18 Uhr, darüber spricht Berlin an diesem Montag: Kein Alkohol im Späti mehr? CDU und SPD denken darüber nach, den Außer-Haus-Verkauf von Alkohol zwischen 22 Uhr und 5 Uhr generell zu verbieten +++ Die Bürger sind gefragt: Senat startet Dialogverfahren zur Zukunft der historischen Mitte +++ "Leipzig ist keine Option": BER-Chef Hartmut Mehdorn weist Dobrindt-Vorschlag zurück +++ Weitere Kandidaten für BER-Chefposten im Gespräch +++ Der Tempelhofer Damm ist wegen Kanalarbeiten teilweise gesperrt – die Pendler wurden aber vorher nicht informiert +++ Berliner Wirtschaft erhofft sich Wachstumsschub durch Olympia und zeigt heute Nachmittag die Flagge +++ Was meinen Sie dazu? Wir freuen uns weiterhin auf ihre Beiträge über die Kommentarfunktion am Ende unseres Livetickers. Damit verabschieden wir uns für heute. Morgen früh sind wir wieder ab 6 Uhr mit "Berlin am Morgen" für Sie da.

12.02 Uhr, Häftlinge dürfen kein Spielzeug mehr herstellen: Von Häftlingen produziertes Spielzeug war viele Jahre der Verkaufsschlager. Doch jetzt wurde die Produktion im Tegeler Gefängnis gestoppt. Laut Justiz liegt das an den immer schärfer werdenden Vorschriften zur Produktsicherheit.

11.43 Uhr, Mehdorn widerspricht Dobrindt: "Nein, Leipzig ist keine Option", sagte Hartmut Mehdorn heute Vormittag vor dem BER-Ausschuss des Brandenburger Landtags - und wies damit einen Vorschlag von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt zurück, Leipzig zur BER-Außenstelle zu machen. "Wer von und nach Berlin fliegen will, fliegt von und nach Berlin. Das ist heute so. Und das wird auch künftig so sein. Leipzig ist viel zu weit weg. was wir brauchen, und das habe ich mehrfach betont, ist eine zielgerichtete Kapazitätserweiterung des BER nach der Eröffnung, die wir jetzt vorbereiten müssen. Das ist mittlerweile auch Konsens."
11.35 Uhr, was bringt Olympia der Berliner Wirtschaft? Dieser Frage ist unsere Wirtschaftsredakteurin Heike Jahberg nachgegangen. Berliner Unternehmen erhoffen sich einen Wachstumsschub durch Olympia. Belastbare Zahlen gibt es aber nicht - und durchaus unterschiedliche Erfahrungen mit früheren Spielen. Die Spitzen der Berliner Wirtschaft wollen aber heute Nachmittag um 15 Uhr schon einmal Flagge für Olympia zeigen – und zwar wörtlich. Vor dem „Gürteltier“, dem Ludwig-Erhard-Haus, werden Jan Eder, Hauptgeschäftsführer der IHK, Jürgen Wittke, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, Udo Marin, Geschäftsführer des Vereins Berliner Kaufleute und Industrieller, Stefan Franzke, Chef von Berlin Partner und Christian Amsinck, Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB) eine Fahne hissen mit der bekannten Botschaft: "Wir wollen die Spiele".

11.19 Uhr, Sperrung am Tempelhofer Damm war geplant: Der Sprecher der Berliner Wasserbetriebe, Stephan Natz, hat nun im Gespräch mit dem Tagesspiegel für Aufklärung gesorgt - und da klingt die Ursache der Sperrung schon weniger dramatisch als in der Mitteilung der Verkehrslenkung, in der von einer "akuten Gefahr" die Rede ist, dass die Fahrbahndecke einbrechen könnte. In der vergangenen Woche habe man per Kamerafahrt eine Inspektion eines Regenwasserschachts unter dem Tempelhofer Damm vorgenommen. Dabei sei festgestellt worden, dass der Beton "bröselig" sei und Wasser ins Erdreich austreten könne, sagte Natz. Heute Morgen habe eine Firma auf einer Länge von zehn Metern mit der Reparatur begonnen - kurz vor der Kreuzung stadteinwärts. Deshalb werde der Verkehr rechts über den Platz der Luftbrücke geleitet und von dort wieder links auf den Columbiadamm, sodass die Autos an der Kreuzung rechts in Richtung Stadtzentrum auf den Mehringdamm einbiegen können. "Die schätzen, die sind bis Freitag fertig", berichtete Natz nach einem Gespräch mit dem Bauleiter - während die Verkehrslenkung Berlin eine Aufhebung der Sperrung "nicht vor nächster Woche" erwartet. Und warum die Bauarbeiten vorher nicht angekündigt worden sind? Da habe es wohl ein "Kommunikationsproblem" gegeben, räumte Natz ein.

10.50 Uhr, außerirdische Demos heute: In Friedrichshain startet um 18.30 Uhr die "Wegüda"-Demo: "Weltbürger gegen die Übernahme durch Außerirdische" (ab Frankfurter Tor über Karl-Marx-Allee bis zum Alexanderplatz). Angemeldet wurden 1000 Teilnehmer. Nicht bekannt ist, ob Außerirdische eine Gegendemo planen. Zeitgleich jedenfalls trifft sich der Pegida-Ableger Bärgida zum "7. Abendspaziergang" am Washingtonplatz am Hauptbahnhof. Dort sind ebenfalls 1000 Teilnehmer angekündigt. Dagegen sind zahlreiche Demonstrationen rund um den Hauptbahnhof und in Mitte geplant, darunter eine von HU-Studenten: "Studis für ein unbegrenztes Miteinander".

10.38 Uhr, Tempelhofer Damm soll wenigstens bis nächste Woche stadteinwärts gesperrt bleiben: Die Sperrung stadteinwärts im Bereich Tempelhofer Damm/Platz der Luftbrücke/Mehringdamm soll voraussichtlich "nicht vor nächster Woche" aufgehoben werden. Das meldet die Verkehrsinformationszentrale. "Am frühen Morgen wurde in Tempelhof auf dem Tempelhofer Damm ein beschädigter Regenwasserschacht entdeckt. Da die akute Gefahr besteht, dass die Fahrbahndecke einbricht, wurde dieser Bereich gesperrt", heißt es auf deren Website. "Die Sperrung betrifft den Tempelhofer Damm in Fahrtrichtung stadteinwärts zwischen der Umfahrung Platz der Luftbrücke und der Kreuzung Columbiadamm. Der Verkehr wird über den Platz der Luftbrücke umgeleitet." Der Bus 248 in Richtung Warschauer Straße kann deshalb auch nicht die Haltestelle Platz der Luftbrücke bedienen, sondern wird umgeleitet, wie die BVG mitteilt.

10.23 Uhr, noch kein Ende der Sperrung am Platz der Luftbrücke absehbar: Seit mehr als zweieinhalb Stunden geht's am Tempelhofer Damm nicht mehr stadteinwärts Richtung Mehringdamm. Wir halten Sie auf dem Laufenden. Der S-Bahn-Verkehr hingegen hat sich nach den Störungen auf der Ringbahn am Morgen wieder normalisiert.

10.00 Uhr, junger Mann bringt 74-jährige Radlerin zu Fall: Die Frau wähnte sich auf dem Radweg, fuhr aber auf dem Bürgersteig - und wurde wohl von einem 22-Jährigen umgerissen, der sich darüber geärgert hatte. Sonntag auf der Sonnenallee in Neukölln.

9.47 Uhr, Update zur Sperrung am Tempelhofer Damm: Am Übergang Tempelhofer Damm/Mehringdamm ist die Straße weiterhin stadteinwärts komplett gesperrt. Der Grund ist offenbar eine Unterspülung der Fahrbahn durch einen Schaden an einem Regenwasserkanal. Autos werden über den Columbiadamm abgeleitet. Die BVG kann mit dem Bus 248 die Haltestelle Platz der Luftbrücke nicht bedienen. Eine Aufhebung der Sperrung ist nach Informationen der Polizei und der Verkehrsinformationszentrale derzeit nicht absehbar. Autofahrer werden gebeten, die Stelle weiträumig über Schöneberg und Neukölln zu umfahren.

9.38 Uhr, müssen die Kinder nicht um Mitternacht ins Bett? Der Vorstoß aus der Politik, in Spätis, Tanken und Kiosken nachts den Verkauf von Alkohol zu verbieten, stößt bei unseren Lesern auf Verwunderung bis Ablehnung. Von "Bevormundung", "Schwachsinn" und "Aktionismus" ist auf unserer Facebook-Seite die Rede. "Das Land Berlin hat mal wieder kein Geld/Personal für ordentliche Kontrollen bei den Ladenbesitzern und will es sich jetzt wieder durch ein solches Gesetz ganz einfach machen, indem es die Freiheit der Bürger mit dem Vorwand des Jugendschutzes beschneidet", schreibt Marc Vallendar. "Soweit mir bekannt, dürfen Jugendliche eh nur bis maximal Mitternacht 'draußen' bleiben. Was soll also ein Verbot bis 5 Uhr? Das trifft die "normalen" Partygänger und Bürger und trifft vor allem die Späti-Betreiber, aber trägt null dazu bei, die Jugend zu schützen", kommentiert Marc Rosemann. Und Kollege Mike Schier vom "Münchner Merkur" sieht bei Twitter düstere Zeiten auf die Hauptstadt zukommen: "Berlin macht jetzt auf München". Und unser Chefredakteur Lorenz Maroldt schrieb heute Morgen in seinem Checkpoint-Newsletter: "In Berlin würde dann allerdings auch der Tourismus zusammenbrechen. Deshalb (und nicht nur deshalb): eine Schnapsidee."

9.24 Uhr, Dobrindt mit neuen und alten Ideen für die Mehdorn-Nachfolge: Berlin und Brandenburg wundern sich über den BER-Mitgesellschafter Bund. Verkehrsminister Alexander Dobrindt hat ein paar neue Namen für die Mehdorn-Nachfolge auf dem Zettel: den Düsseldorfer Flughafenchef Thomas Schnalke und Karl-Rudolf Rupprecht, Vorstand für Operations beim Lufthansa-Unternehmen Cargo. Und auch einen alten: Wilhelm Bender, 70 Jahre, den früheren Vorstandschef des Flughafens Frankfurt/Main Fraport. Bender hatte den BER-Chefposten bereits 2013 abgelehnt. Und dann hält er auch noch Leipzig als Zweitairport für den BER für denkbar. Das hatte unser Redakteur Frank Jansen schon vor zwei Jahren gefordert - als Satire.

9.09 Uhr, heute geht es um die Alte Mitte: Der Senat sucht den "Dialog" mit den Bürgern. Und damit ist diesmal nicht die Olympia-Bewerbung gemeint, sondern die künftige Gestaltung der Historischen Mitte zwischen Rotem Rathaus und Marienkirche. Ab 18.30 Uhr können Bürger heute Abend im Umspannwerk Alexanderplatz mit Senatsbaudirektorin Regula Lüscher und weiteren Fachleuten darüber diskutieren, wie Berlins neue Altstadt demnächst aussehen soll. Die Adresse verspricht eine aufgeklärte Debatte: Voltairestraße 5.

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