Liveticker Berlin am Morgen : Blaulicht-Prozession, Münkler-Vorwurf, Mieten-Sprung

Krankentransport-Unternehmen protestieren gegen neue bürokratische Hürden. Herfried Münkler beklagt "Denunziationsvokabeln" bei seinen Kritikern. Nach dem Mord in Kaulsdorf hat die Polizei bereits 15 Hinweise auf den Tatverdächtigen erhalten. Erfahren Sie in unserem Liveticker nach, was Berlin neben dem Bahnstreik bewegt.

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Heute Einsatz in eigener Sache: Private Rettungsdienste protestieren am Mittwochvormittag mit einem Korso durch Berlin gegen bürokratische Hürden für Fahrten zu ambulanten Behandlungen.
Heute Einsatz in eigener Sache: Private Rettungsdienste protestieren am Mittwochvormittag mit einem Korso durch Berlin gegen...Foto: Sandra Daßler

Und darüber spricht Berlin neben dem Bahnstreik:

Rettungsdienste demonstrieren mit Autokorso: Private Krankentransport-Unternehmen begehren mit einem Autokorso gegen eine geplante Reform auf. Demnach könnte künftig jede Krankenfahrt zur ambulanten Behandlung vorher eine Genehmigung durch die Kasse erfordern. In Berlin gibt es jedes Jahr etwa 450.000 solcher Fahrten.

Herfried Münkler sieht antisemitische Muster bei anonymen Vorwürfen: Gegenüber der "Zeit" hat der Berliner Politikwissenschaftler Herfried Münkler sich zu den anonymen Vorwürfen im Blog "Münkler-Watch" geäußert. Dort werde mit "Denunziationsvokabeln" gearbeitet, beklagte der Professor der Humboldt-Uni. "Der hat viel Geld, wir sind arm. Der hat Einfluss, wir nicht. Das ist ein Muster, das auch antisemitisch eingesetzt worden ist." Im Seminar ließ er heute Morgen durchblicken, dass er inzwischen die Identitäten der anonymen Blogger kenne. Sie kämen nicht aus dem Studiengang.

Mieten für Neubauten steigen drastisch: In Berlin werden so viele Wohnungen gebaut wie seit 17 Jahren nicht mehr. Dennoch steigen die Mieten: bei Neubauten sind es 2,50 Euro mehr als vor fünf Jahren. Dies teilte der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen, der Unternehmen mit 700.000 Wohnungen in der Stadt vertritt, mit. Lesen Sie hier den ganzen Bericht unseres Redakteurs Ralf Schönball.

Nach Mord an 18-Jähriger 15 Hinweise auf Tatverdächtigen: Ein Fahndungsaufruf mit Videoaufnahmen und mehreren Fotos zum Mord an einer 18-jährigen Frau in Kaulsdorf hat seit gestern bereits zu 15 Hinweisen auf den verdächtigen Mann geführt. Auch Namen wurden genannt.

Wo stockt der Verkehr, wo läuft es gut? Funktionieren die Ersatzfahrpläne? Äußern sich GDL und Deutsche Bahn zum Tarifkonflikt? Wie diskutiert das Netz? Über den Bahnstreik in Berlin und anderswo informieren wir Sie heute in einem gesonderten Liveticker.

In unserem chronologischen Liveticker können Sie die Ereignisse neben dem Bahnstreik noch einmal nachlesen:

12.07 Uhr - Mieten für Neubauten steigen drastisch: In Berlin werden so viele Wohnungen gebaut wie seit 17 Jahren nicht mehr - in diesem Jahr investieren Unternehmen rund 560 Millionen Euro. Dennoch steigen die Mieten: bei Neubauten sind es 2,50 Euro mehr als vor fünf Jahren. Dies teilt der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen, der Unternehmen mit 700.000 Wohnungen in der Stadt vertritt, mit. Lesen Sie hier den ganzen Bericht unseres Redakteurs Ralf Schönball.

11.58 Uhr - Kolonne der Rettungswagen: Ein langer Korso von Rettungswagen bahnt sich den Weg durch Berlin. Unsere Kollegin Melanie Berger berichtet von einer minutenlangen Blaulicht-Prozession an der Urania - während der M29-Bus feststeckt. Private Krankentransportunternehmen protestieren gegen eine Gesetzesreform, nach der künftig jede Fahrt zu einer ambulanten Behandlung vorher von der Krankenkasse genehmigt werden muss. In Berlin gibt es jedes Jahr etwa 450.000 solcher Fahrten.

11.37 Uhr - Es geht auch ohne Dirigent: Die Berliner Philharmoniker sind bekanntlich noch auf der Suche nach einem neuen Taktstock-Meister. Kein Problem, finden die Musiker des italienischen Orchesters Spira Mirabilis. Sie spielen grundsätzlich ohne Dirigent. Ein basisdemokratisches Experiment. Ihr Motto: "Wir spielen die Musik."

11.20 Uhr - Münkler sieht antisemitische Muster bei anonymen Vorwürfen: Gegenüber der "Zeit" hat der Berliner Politikwissenschaftler Herfried Münkler sich zu den anonymen Vorwürfen im Blog "Münkler-Watch" geäußert. Dort werde mit "Denunziationsvokabeln" gearbeitet, "die intime Arbeitsatmosphäre zwischen Vortragenden und Mitarbeitenden gestört, und sie wird durch externe Überwachung aufgesprengt", zitiert die Wochenzeitung ihn vorab. Der Stil seiner Kritiker erinnere ihn an "hochschulpolitische Vorgänge des Jahres 1933". Münkler: "Der hat viel Geld, wir sind arm. Der hat Einfluss, wir nicht. Das ist ein Muster, das auch antisemitisch eingesetzt worden ist." Die Anonymität seiner Kritiker sei für ihn ein Problem: "Ich würde gern mit meinen Kritikern sprechen, aber sie sind unsichtbar. Das ist asymmetrische Kriegsführung", so Münkler. Ganz so anonym sind sie offenbar doch nicht mehr: Heute Morgen hat Münkler im Uni-Seminar erklärt, dass er inzwischen die Identität seiner Kritiker kennt. Es handle sich nicht um Sozialwissenschaftler, sondern Fachfremde.

10.40 Uhr - Festnahme nach Mord an 48-Jährigem: Der Mord an einem 48-jährigen Mann in Ahrensfelde bei Berlin (Landkreis Barnim) ist möglicherweise aufgeklärt. Zwölf Tage nach dem Fund der Leiche hat die Polizei einen Tatverdächtigen in Berlin-Mitte festgenommen.

10.20 Uhr - Stilles Gedenken im Sattel: Beim "Ride of Silence" wollen heute Abend 1000 weiß gekleidete Menschen schweigend durch Berlin radeln und an getötete Fahrradfahrer erinnern. Ab 19 Uhr sind sie vom Pariser Platz durch Moabit und Kreuzberg zurück nach Mitte unterwegs. In den vergangenen Monaten hatte es wiederholt schwere Verkehrsunfälle mit Radfahrern gegeben, was eine intensive Debatte über Radverkehrssicherheit ausgelöst hatte. Kürzlich wurde bekannt, dass ein vor einem Jahr gefasster Plan zur Entschärfung von Problemstellen bisher kaum umgesetzt worden ist.

9.59 Uhr - Berlin ist nicht Buenos Aires: Der Regierende Bürgermeister und die Olympischen Ringe. Wenn Sie nicht nach Berlin kommen, muss Michael Müller eben nach Argentinien reisen. Eigentlich nimmt er dort in dieser Woche an der Metropolis-Konferenz teil, in der sich Haupstädte und Metropolregionen aus aller Welt über nachhaltige Stadtentwicklung austauschen. Am Rande machte ein DPA-Fotograf aber auch ein Bild von Müller vor einem Banner zu den Olympischen Jugendspielen 2018 in Buenos Aires.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller bei seinem Besuch in Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires vor einer Werbung für die Olympischen Jugend-Sommerspiele 2018.
Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller bei seinem Besuch in Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires vor einer Werbung für...Foto: Martin Barzilai/dpa

9.38 Uhr - Heute Abend Berliner Pokalfinale im Fußball: Um 19 Uhr bestreiten der BFC Dynamo und der SV Tasmania 73 im Jahn-Sportpark das Berliner Pokalfinale. Der Sieger darf in der nächsten Saison im DFB-Pokal starten. Rund 5000 Zuschauer werden erwartet, der BFC gilt als Favorit.

8.55 Uhr - Rettungsdienste demonstrieren mit Autokorso: Die privaten Rettungsdienste begehren gegen eine geplante Reform auf. Demnach könnte künftig jede Krankenfahrt zur ambulanten Behandlung vorher eine Genehmigung durch die Kasse erfordern. Nun tragen die Rettungsdienste den Protest auf die Straße: Ab 11 Uhr fährt ein Autokorso von der Masurenallee über den Theodor-Heuss-Platz zum Brandenburger Tor, 70 bis 120 Fahrzeuge sollen daran teilnehmen.

8.23 Uhr - Heute vor Gericht: Im Prozess gegen einen 50-jährigen Feuerwehrmann, der mehr als zehn Mädchen im Teenager-Alter missbraucht und zur Prostitution gedrängt haben soll, wird die Aussage des Angeklagten erwartet. Bei einem Geständnis sind ihm maximal fünf Jahre Haft zugesichert worden (9 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 806).

8.00 Uhr - Berlin wieder eine geteilte Stadt? "Berlin is a divided city." So beginnt ein Reisebericht der "New York Times" über einen Besuch in der Hauptstadt im vergangenen Sommer, ein Fundstück von Tagesspiegel-Chefredakteur Lorenz Maroldt für den Checkpoint. Nicht die Mauer ist damit gemeint, sondern die Kluft zwischen Ernst und Spaß, Generationen und Einstellungen.

7.40 Uhr - 15 Hinweise auf mutmaßlichen Mörder: Nach dem Fahndungsaufruf von gestern sind bei der Polizei bereits 15 Hinweise auf den Tatverdächtigen eingangen, der in der Nacht von Freitag auf Sonnabend eine 18-Jährige in Kaulsdorf ermordet haben soll. Insgesamt habe es zu dem Fall seit dem ersten Aufruf 90 Hinweise aus der Bevölkerung gegeben, sagte eine Polizeisprecherin am Morgen.

7.17 Uhr - Besser kein Polizeiauto demolieren: Pardon, aber die Floskel "Dümmer als die Polizei erlaubt" können wir uns nicht verkneifen. Sie trifft auf zwei Männer zu, 24 und 34 Jahre alt, die gestern in Hakenfelde nichts Besseres zu tun hatten, als ein Polizeiauto zu demolieren. An der Scheibe der Beifahrertür scheiterten sie noch kläglich. Daraufhin trat der Jüngere der beiden den Außenspiegel ab. Der Wagen war in der Carossastraße hinter einem Lebensmittelgeschäft abgestellt. Die Polizeibeamten nahmen gerade einen Ladendiebstahl auf und bekamen nichts von der Aktion mit. Ein 16-Jähriger beobachtete die Männer jedoch und rief die 110 an. Andere Polizisten konnten die beiden Täter bald danach festnehmen. Den 24-Jährigen ließen sie nach Feststellung der Personalien wieder laufen. Gegen den 34-Jährigen aber lag ein Haftbefehl wegen Diebstahls vor. Er durfte dann gleich im Polizeiauto mitfahren.

7.04 Uhr - Alle Infos zum Bahnstreik: Falls Sie unseren Berlinticker gerade erst aufgerufen haben, hier noch einmal der Hinweis, dass Sie alle Streikinformationen in einem gesonderten Liveticker zum Bahnstreik finden - Service zum Verkehr in Berlin genauso wie Neues von GDL und Deutscher Bahn.

6.37 Uhr - Fahndungsvideo nach Mord in Kaulsdorf: Mit mehreren Fotos und einem Zusammenschnitt von Videosequenzen der Überwachungskameras am Bahnhof Wuhletal sucht die Polizei einen Mann, der verdächtigt wird, in der Nacht von Freitag auf Sonnabend eine 18-jährige Frau in Kaulsdorf getötet zu haben. Die Polizei spricht nun auch von Mord. Sehen Sie hier die Bilder und das Fahndungsvideo.

6.22 Uhr - Verkehr auf den Straßen normal: Bahnstreik hin oder her. Zu dieser frühen Stunde sieht es auf den Straßen der Hauptstadt noch so aus wie immer. Das heißt: Auf der A111 (Reinickendorf-Zubringer) ist stadteinwärts an der Anschlussstelle Eichborndamm die Einfahrt Antonienstraße wegen zu hoher Verkehrsbelastung gesperrt. Ständig aktualisierte Verkehrsmeldungen finden Autofahrer auf den Seiten der Verkehrsinformationszentrale.

6.14 Uhr - Das Wetter: Heute Morgen soll es wenigstens trocken bleiben, auch wenn von Tagesbeginn an dichte Wolken über der Stadt hängen. Daran ändert sich bis um die Mittagszeit auch kaum etwas. Erst im Laufe des Nachmittags zeigt sich zeitweise die Sonne, dann nimmt allerdings die Wahrscheinlichkeit für kurze Regenschauer etwas zu. Die Temperaturen steigen bis zum Nachmittag auf etwa 16 bis 17 Grad.

Nicht nur bei den Lokführern wird gestreikt.
Nicht nur bei den Lokführern wird gestreikt.Foto: dpa/picture-alliance

6.03 Uhr - Nicht nur die Lokführer streiken: Seit heute um 2 Uhr bestreikt die Gewerkschaft Deutscher Lokführer den Personenverkehr, auch in Berlin. Wann der Streik enden wird, hat die GDL diesmal offen gelassen. Wir hoffen, Sie kommen gut durch den Tag. Mit Einzelheiten halten wir Sie in einem gesonderten Liveticker zum Bahnstreik auf dem Laufenden.

In Berlin könnten jedoch noch weitere Streiks kommen. Ab heute stimmen die Pflegekräfte der Universitätsklinik Charité darüber ab, ob es einen Vollstreik geben soll. Und auch ein eneuter Poststreik ist möglich: Gewerkschaft und Arbeitgeber starten heute einen weiteren Versuch zur Lösung des festgefahrenen Tarifkonflikts. In den vier Tarifrunden zuvor hatten beide Seiten keine Annäherung erzielt.

Von dem bundesweiten Streik der Gewerkschaften Verdi und GEW sind in Berlin zwar nur sieben Kitas betroffen. Aber immerhin sind es Eltern von rund 600 Kindern, die sich seit der vergangenen Woche sich selbst um die Betreuung kümmern müssen. Ein Ende des Streiks ist noch nicht in Sicht.

Unser neuer Liveticker Berlin am Morgen: Morgens und vormittags finden Sie montags bis freitags hier auf unserer Berlin-Seite bei Tagesspiegel.de ab jetzt immer unseren neuen Liveticker. Hier können Sie lesen, was Berlin bewegt und was heute wichtig wird. Mit uns kommen Sie gut in den Tag. Was läuft in der Stadt? Wer kommt zu Besuch? Was meldet die Polizei? Was recherchiert die Tagesspiegel-Redaktion? Wo stockt mal wieder der Verkehr, gibt es Probleme mit Bussen und Bahnen? Wie wird das Wetter? Was tut sich in den Social Media, bei Twitter oder Facebook, mit Blick auf #Berlin? Was schreibt Tagesspiegel-Chefredakteur Lorenz Maroldt in seinem Berlin-Newsletter Checkpoint? Was machen unsere Kiezblogger? Worüber berichten die anderen Berliner Medien?

Wie geht es weiter beim BER, nach der Olympiabewerbung, kommt Berlin beim Wohnungsbau in Zeiten der Gentrifizierung sowie bei der Sanierung der Schulen endlich voran? Wie schlägt sich der neue Regierende? Wie hat Hertha gespielt, wie Union, wie Alba? Haben die Eisbären und die Füchse gewonnen? Was tut sich an den Unis und in Berliner Unternehmen? Gab es tolle oder misslungene Konzerte, Premieren, Vernissagen? Und was steht am Abend in der Berliner Kultur Spannendes an, in Theatern, Clubs oder Kinos? Gibt es neue Kneipen, Bars, interessante Läden? Was empfehlen wir Ihnen, was empfehlen Sie uns?

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