Liveticker zum Nachlesen : Was am 1. Mai in Berlin geschah

02.05.2012 00:18 Uhrvon , , , , , , Christa Roth, Isabelle Buckow, Annika Sartor

Lesen Sie hier in unserem Blog nach, was am 1. Mai in Berlin genau geschah.

Die ersten Steine fliegen und Rauchbomben am Axel-Springer-Hochhaus

20:21: Der Demonstrationszug ist jetzt kurz vor dem Axel-Springer-Hochhaus und ruft: "Axel Springer wir sind da". Die Stimmung wird wieder aggressiver. Über dem Hochhaus kreist ein Polizeihubschrauber. Auf Polizisten, die an einer Tankstelle standen flogen wieder Steine.

20:18: Kurz hinter dem Moritzplatz in der Nähe der Shell-Tankstelle: Scheiben gehen kaputt.

20:16: Der Demonstrationszug ist zwischenzeitlich etwas auseinandergezogen, aber mittlerweile konnte die Polizei alles wieder zusammenführen. Das Ende des Demonstrationszuges ist mittlerweile am Kottbusser Tors angekommen und auch der wird von rund 50 Polizisten begleitet.

20:12: Die Stimmung kühlt etwas ab. Es sind keine weiteren Steine geflogen. Dafür biegt der Demonstrationszug jetzt Richtung Axel-Springer-Hochhaus. Der Demonstrationszug führt nicht unmittelbar daran vorbei, aber in Sichtweite. Die Polizei ist mit einem massiven Aufgebot vor Ort.

20:07: Die Veranstalter sprechen von rund 15.000 Teilnehmern an der "Revolutionären 1. Mai Demonstration", die Polizei spricht von etwa 10.000 Demonstranten.

19:55: Es kommt zu weiteren Steinwürfen. Ziel diesmal: die Polizei. Diese steht unter dem U-Bahn-Viadukt am Kottbusser Tor und greift sich nun einen ersten Steinewerfer aus der Menge. Die Situation spitzt sich etwas zu.

19:51: Jetzt fliegen die ersten Steine. Aus dem Block der schwarzvermummten Autonomen fliegen die ersten Steine auf eine Sparkassen-Filiale in der Reichenberger Straße Höhe Kottbusser Tor.

19:43: Während sich an der Spitze des Zuges der schwarze Block formiert, herrscht am Ende eher Loveparade-Atmosphäre als Revolution. Der Wagen der Verdi-Jugend, die zum ersten mal an der "Revolutionären 1. Mai Demonstration" teilnehmen, bildet den Schluss des Zuges und dort wird zu elektronischer Musik getanzt.

19:34: An der Spitze des Demonstrationszuges hat sich ein schwarzer Block von rund 300 vermummten Autonomen gebildet. Die Demonstration zieht von der Lausitzer Straße Richtung Wiener Straße.

19:29: Der Demonstrationszug stoppt - Denn südlich der U-Bahn geht es auf den Dächern heiß her. Autonome haben sich auf den Dächern versammelt und zünden Feuerwerk, Böller und Rauchbomben. Außerdem haben sie auf mehreren umliegenden Häusern Transparente entrollt. Auf denen steht unter anderem: "Revolution Action" Sie selbst skandieren mit hochgestreckten Fäusten "Anti-, Anticapitalista". Auffällig ist überhaupt, dass die Sprechchöre immer internationaler werden. Es werden kaum deutsche Parolen gerufen.

19:20: Die "revolutionäre 1. Mai Demonstration" ist gestartet. In der ersten reihe sammeln sich die Autonomen. Sie tragen ein Transparent vor sich her, auf dem steht: "25 Jahre: Der Druck steigt - Für die soziale Revolution". Knapp dahinter ein weiteres Plakat mit der Aufschrift: "Das Sichere ist nicht sicher - Schluss mit Kapitalismus weltweit".

18:50: Die Spontandemo und der Platzregen haben den Zeitplan durcheinander gebracht: Der Start der offiziellen "Revolutionären 1. Mai Demonstration" verzögert sich jetzt nach Polizeiangaben bis 19:30 Uhr. Dann ziehen die Demonstranten Richtung Mitte zum Bebelplatz. Besonders heikel dürfte es in Höhe der Rudi-Dutschke-Straße werden, denn der Demonstrationszug verläuft nahe am Axel-Springer-Hochhaus, in dem auch die "Bild"-Zeitung ihre Redaktion hat.

18.27: Zwei Clowns geben auf dem Mariannenplatz ihr Bestes. Sie jonglieren mit Apfelsinen, Keulen, Macheten – mal allein, mal vierhändig. Als nach der Messer-Nummer im Publikum ein Freiwilliger gesucht wird, sind die Reaktionen eher verhalten.

18:21: Der Spontanaufzug ist erstmal beendet. Jetzt versammeln sich mehrere tausend Demonstranten am Lausitzer Platz. Von dort soll die "Revolutionäre 1. Mai Demonstration" beginnen. Die Stimmung ist friedlich. Von Aggressivität ist nichts zu spüren. Auch beim Spontanaufzug war die Stimmung nicht aggressiv. Die Polizei ist in mehreren Gruppen vor Ort präsent. Auf dem Lausitzer Platz sind die Lautsprecherwagen schon präsent. An ihnen hängen Plakaten mit der Aufschrift: "Make Capitalism History" oder sie sind im Stil einer Todesanzeige gestaltet, auf der steht: "Deine Zeit ist gekommen: Kapitalismus". Angeführt wird der Demonstrationszug dann wie im vergangenen Jahr von einem schwarzen Truck mit roten Fahnen. Der Start der Demo sollte bereits um 18 Uhr sein. Allerdings wird sich das verzögern und wohl erst zwischen 19 und 19:30 Uhr beginnen.

18:07: Besonders auffällig sind vor allem die Zuschauer am Rande. So steht auf Höhe der Polizeikette ein Mann auf seinem Balkon in der ersten Etage und hält in der einen Hand ein Tischbein und in der anderen eine Flasche Bier - gerade so, als habe er es auf die linken Demonstranten abgesehen. Nur zwei Stockwerke höher prangt eine rote Fahne mit Stern. Kreuzberg ist eben vielfältig.

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