Liveticker zum Nachlesen : Was am 1. Mai in Berlin geschah
02.05.2012 00:18 UhrPolizei stoppt Spontanaufmarsch
18:05: Die Polizei hat die Zugänge nördlich und südlich des Kottbusser Tors abgesperrt. Offensichtlich will sie das Gebiet rund um den U-Bahnhof nicht für Spontan-Demonstrationen zulassen.
18.03: In der Mariannenstraße lehnt eine Sanitäterin an einem Rettungswagen und beobachtet das Treiben. Seit etwa 10 Jahren ist sie mit ihrem Kollegen am 1. Mai im Einsatz. „Macht ja auch Spaß“, sagt sie. Besonders, wenn es wie heute wenig Einsätze gibt. Bis zum Nachmittag war ihre Hilfe nur fünfmal gefragt – „Kreislauf, Alkohol, Blasen an den Füßen“, fasst die Sanitäterin zusammen.
17:52: Heftiger Regen setzt ein. Am Lausitzer Platz, wo eigentlich um diese Zeit die "Revolutionäre 1. Mai Demonstration" beginnen soll, flüchten alle unter das U-Bahn-Viadukt. Der offizielle Beginn der Demonstration verzögert sich wohl um eine Stunde.
17:41: Jetzt wird die Polizei aktiv. Der Demonstrationszug wird am Kottbusser Tor von der Polizei aufgehalten. Jetzt versuchen die Demonstranten Richtung Westen und damit Richtung Springer-Hochhaus zu gelangen, aber auch dort stellt sich die Polizei ihnen in den Weg. Angeführt wird die Demo von einigen Autonomen, die ein grünes Plakat mit der Aufschrift: "Wir haben die Schnauze voll von hohen Mieten" vor sich hertragen. Auch einige vermummte Frauen sind dabei - sie tragen lila Tücher über dem Gesicht.
Sehen Sie hier, was in der Walpurgisnacht in Berlin geschah:
Die Walpurgisnacht 2012 in Berlin(34 Bilder)
17:36: Der Demonstrationszug zieht dem Anschein nach doch nicht Richtung Lausitzer Platz, sondern sie wählen eine andere Route. Erst sind sie quer über das Myfest und nun haben sie eine Polizeikette am Leuschner Damm durchbrochen. Damit wählen die Demonstranten eine Route, die direkt zum Springerhochhaus führen könnte - ohne, dass die Demo erst am Lausitzer Platz offiziell beginnt. Beim Durchbrechen der Polizeikette kam es aber nicht zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Der Zug ist mittlerweile auf über 1000 Leute angewachsen und wird von Polizisten in Zivil bekleidet.
17:30: Die Massen schieben sich durch die Mariannenstraße. Die ersten Spuren der Verwüstung sind sichtbar: Plastikbecher, angebissene Döner, Flaschen, Servietten liegen überall am Straßenrand. Flaschensammler quetschen sich mit Einkaufswagen durch die Menge - heute läuft das Geschäft. 30 Freiwillige Helfer engagieren sich auf dem Myfest gegen Glasflaschen. Sie laufen durch die Straßen und sammeln Flaschen ein – in vier Stunden haben sie vier Container gefüllt. Dabei sind Glasflaschen auf dem Myfest eigentlich verboten. „Trotzdem kommt ordentlich was zusammen“, sagt einer der Helfer. Er ist schon von weitem zu erkennen: Er trägt ein orangefarbenes T-Shirt. Darauf eine durchgestrichene Flasche und die Aufschrift „Myfest gegen Flaschen.“
17:16: Prolog zur "Revolutionären 1. Mai Demonstration". Mittlerweile sind es einige hundert Demonstranten, die über das Myfest ziehen und Parolen wie "Ganz Berlin hasst die Polizei" oder "Anti-, Anticapitalista" durch die Straßen Richtung Lausitzer Platz ziehen. Dort soll um 18 Uhr die eigentliche Demonstration beginnen.
17:14: Jetzt treffen sich doch Demonstranten zu einem Spontanaufzug: Etwa 100 haben sich versammelt und ziehen vom Mariannenplatz in die Waldemarstraße. Sie haben Pappschilder dabei, auf denen steht: "Wem gehört Kreuzberg" - darunter werden verschiedene Kreuzberger Kieze aufgelistet.
17:05: Das Myfest taucht auch in den "Trending Topics" auf Twitter immer mal wieder auf. Allerdings ist das größte Problem der Twitter-Gemeinde: die Überlastung des Netzes - genau das wird zum Thema.
17:04: Eigentlich soll in diesen Minuten ein Spontanaufmarsch am Mariannenplatz starten. Aber bisher ist es ruhig und nichts von einem Autonomenaufmarsch zu sehen. Auch die Polizei ist nur im Hintergrund.
- Seite 1: Was am 1. Mai in Berlin geschah
- Seite 2: Erste Ausschreitungen am Jüdischen Museum
- Seite 3: Die ersten Steine fliegen und Rauchbomben am Axel-Springer-Hochhaus
- Seite 5: Den Maoisten geht die Puste aus
- Seite 6: Beten für die Gentrifizierungs-Opfer auf dem Myfest
- Seite 7: Wie die Vorbereitungen für das Myfest laufen










































