Berlin : LKA-Mann mit 82 000 Euro auf der Flucht Haftbefehl gegen Polizei-Dolmetscher

Sandra Dassler

Mit einer Beute von 82 000 Euro ist ein 32-jähriger Dolmetscher, der beim Landeskriminalamt(LKA) angestellt war, seit Wochen auf der Flucht. Das Geld, so wurde erst gestern bekannt, hatte er seinem Arbeitgeber bereits im Juni dieses Jahres entwendet. Der Mann war unter anderem in einem Strafverfahren um Zinswucher als Übersetzer für Serbokroatisch tätig. Die in diesem Verfahren beschlagnahmte Geldsumme von 82 000 Euro wurde im LKA-Institut für Polizeitechnische Untersuchungen (PTU) am Tempelhofer Damm auf Fingerspuren untersucht. Dabei werden die Scheine in eine Flüssigkeit getaucht, die sie stark verfärben und verschmutzen.

Nach Abschluss dieser Spurensuche teilte das PTU den Ermittlern mit, dass das Geld wieder abgeholt werden könne. Das geschah auch – durch eben jenen Dolmetscher. „Ob und woher er die Berechtigung hatte, dieses Geld in Empfang zu nehmen, ist noch unklar“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Michael Grunwald, gestern dem Tagesspiegel: „Ebenso unklar ist, wieso ihm die Landeszentralbank das schmutzige Geld in saubere Scheine gewechselt hat. Dazu benötigt man entsprechende Vollmachten und muss beispielsweise nachweisen, dass das Geld nicht aus dubiosen Geschäften stammt beziehungsweise dass es Gegenstand eines Ermittlungsverfahrens ist.“

In diesem Fall gelang jedenfalls die „Geldwäsche“ im wahrsten Sinne des Wortes. Der LKA-Dolmetscher verschwand mit den sauberen Scheinen. Inzwischen hat ein Richter Haftbefehl gegen den Mann erlassen. Seine ehemaligen Kollegen gehen davon aus, dass er sich möglicherweise ins Ausland abgesetzt hat. Bislang, so die Polizei, fehlt von ihm jede Spur.

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