Berlin : Lobender Prometheus

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In ihrer Einladung zum demnächst anstehenden 60. Geburtstag weist die Rias-Berlin-Kommission bescheiden darauf hin, dass es zwar über hundert Medienpreise gebe in Deutschland, der eigene aber durchaus auch Beachtung verdiene. Seit Donnerstagabend gibt es einen weiteren Preis, der Beachtung mit Grandezza einfordert: den Goldenen Prometheus, erstmals verliehen im Martin-Gropius-Bau in Anwesenheit von etwa 400 Journalisten und Medienmachern. Unter den Gästen waren auch Altbundespräsident Walter Scheel und verschiedene Top-Manager wie Bahn-Chef Hartmut Mehdorn und Joachim Hunold von Air Berlin. In seiner Ansprache mahnte Innenminister Wolfgang Schäuble Distanz zwischen Journalisten und Politikern an und sprach über den immer härter werdenden Kampf um das immer knappere Gut Aufmerksamkeit. Als Zeitungsjournalist des Jahres wurde „Zeit“-Chefredakteur und Tagesspiegel-Herausgeber Giovanni di Lorenzo ausgezeichnet, mit der Begründung, dass er „Die Zeit“ wieder relevant gemacht habe. Die Laudatio hielt sein erster jounalistischer Mentor Michael Radtke . Als Fernsehjournalistin des Jahres wurde Maybrit Illner ausgezeichnet, weitere Trophäen bekamen Stefan Raab und Peter Limbourg für ihre als „Coup des Jahres“ gepriesene Wahlsendung. Moderator Jörg Thadeusz bekam die Auszeichnung in der Kategorie „Radio“, und Sabine Rennefanz von der „Berliner Zeitung“ wurde Newcomerin des Jahres. Für sein Lebenswerk wurde Friedrich Nowottny geehrt, hervorgehoben wurde dabei unter anderem seine „verschmitzte Bescheidenheit“. Gastgeber Hajo Schumacher , Herausgeber des Fachmagazins „V.i.S.d.P.“, betonte, dass die Wahl durch eine „brutalstmögliche Jury“ erfolgt sei, der unter anderem Werner Funk und Manfred Bissinger angehörten. Das Ambiente war eher prächtig als bescheiden, an festlich rot gedeckten runden Tischen gab es Kartoffel-Trüffel-Cappuccino und Bio-Rind. Etliche große Unternehmen hatten das Ereignis gesponsert, das von den ebenfalls anwesenden, aber an der Organisation nicht beteiligten Event-Experten Isa von Hardenberg und Manfred Schmidt mit professionellem Lob bedacht wurde. Bis zum frühen Morgen spielten die „Zwick Allstars“ mit Ex-Bild-Chefredakteur Udo Röbel . Bi

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