Berlin : Löcher im Hemd

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„Achtung: Auf dieses Kleidungsstück wurde geschossen", informiert der Aufkleber auf dem TShirt. Bobby Friese, Designer aus Chicago, hat die palästinensische und die israelische Flagge zu einer Zielscheibe montiert – und abgefeuert. Das Austrittsloch ist größer als das Eintrittsloch, so ist das immer. Es ist Samstagnacht, „T-Fense-Charity-Nacht“ unabhängiger Designer im adidas-store an der Münzstraße und zugleich in San Francisco, Pasadena, New York und Tokio. Aber diese Grooves hat man noch bei keiner bekannten Charity-Lady gehört. Die DJs mixen für lau und für den Frieden. Das T-Shirt kostet 35 Euro – wie alle die limitierten Shirt-Entwürfe zum Thema „Global Peace“ –, und die sind dermaßen lässig, dass sogar hier die hauseigene Diebstahlsicherung angeklemmt wurde. Stefanie Roth, Fashion Director des Lodown-Magazins, hat eine Ausbildung als Steinmetzin und für diese Aktion einen roten adidas-Trainingsanzug so zugeschnitten, dass die Hose nun ein Rock ist und das Oberteil auch als Abendgarderobe durchgeht. Wer den kauft, spendet 300 Euro an „Seeds of Peace“. Rauchen ist verboten, denn die herkömmliche Sportswear, die sonst hier verkauft wird, hängt hinter einem Bauzaun und soll nicht riechen, als hätte darin schon einmal jemand gefeiert. Bis zum 3. Januar kann man im adidas-Laden die limitierte T-Shirt-Friedensedition noch erwerben. ded

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