Berlin : Lösung für Tiefgarage unter dem Bebelplatz in Sicht

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Im Streit um die geplante Tiefgarage unter dem Mahnmal für die Bücherverbrennung am Bebelplatz scheint sich eine friedliche Lösung abzuzeichnen. Einem Bericht der Süddeutschen Zeitung (SZ) zufolge, ist der Investor Wöhr & Bauer bereit, die Tiefgarage zwischen Humboldt-Universität und Deutscher Staatsoper zu bauen. Damit bliebe das Mahnmal des israelischen Künstlers Micha Ullmann, das an die Bücherverbrennung durch die Nazis am 10. Mai 1933 erinnert, verschont.

Nach Darstellung der SZ sollten sich nach Auffassung des Investors jetzt Politiker und andere Entscheidungsträger mit dem neuen Vorschlag beschäftigen. Zudem sei auch durch neue Betongussverfahren sichergestellt, dass sich die so genannte "Kanzler-Linie" der U-Bahn - sollte sie doch irgendwann gebaut werden - und die Tiefgarage nicht in die Quere kämen.

Die Planung für die Tiefgarage liegt schon mehrere Jahre zurück. Rund 450 Stellplätze sollen geschaffen werden, dafür entfallen Parkplätze auf dem Mittelstreifen des Straßenzugs Unter den Linden und dem Schlossplatz in diesem Bereich. Mit der Planung der Tiefgarage begann auch der Streit um das Mahnmal, in den die Akademie der Künste auch Bundespräsident Rau einschaltete. Dieser habe zwar "große Sympathie gezeigt, sich aber einer Stellungnahme enthalten", hatte sich der der Künstler Micha Ullmann im August dieses Jahres enttäuscht geäußert.

Im September war der Streit eskaliert: Die damalige Baustädträtin von Mitte, Dorothee Dubrau (Grüne), hatte sich schriftlich an Bundeskanzler Schröder gewandt und an diesen appelliert, er möge sich für das gefährdete Mahnmal einsetzen. Sie hatte argumentiert, die Tiefgarage störe "die Stille und Würde des Ortes". Das auf dem vorgeschriebenen Dienstweg abgeschickte Schreiben wurde in der Senatskanzlei gestoppt. "Der Chef der Senatskanzlei hat mitgeteilt, er weigert sich das Schreiben weiterzuleiten, weil der Senat einhellig anderer Meinung sei", teilte seinerzeit der frühere Bezirksbürgermeister von Mitte, Joachim Zeller (CDU), mit.

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