Berlin : Lokale in Prenzlauer Berg auf Brandschutz überprüft

CS

DJs startklar, Lightshows ausgeklügelt, Getränkelager aufgefüllt - Berlins Diskotheken haben alles getan, damit die Nacht der Nächte zum Jahrtausendwechsel ein Stimmungsknaller wird. Doch wie sind sie für Notfälle gerüstet, sollte ein Feuerwerk in ihren Räumen losgehen oder aus anderen Gründen ein Brand entstehen? Die Bauaufsicht von Prenzlauer Berg wollte auf Nummer sicher gehen und hat deshalb in den vergangenen Wochen die sechs Diskotheken des Bezirks unangemeldet kontrolliert. "Wir achteten darauf, ob Fluchtwege verstellt oder Notausgänge verschlossen sind", sagt der Vizechef der Behörde, Manfred Völker. Grund zur Klage gab es kaum. Völker: "Die Diskos waren in Ordnung".

Solche Sonderkontrollen zum Millenniumswechsel waren nach einer Umfrage des Tagesspiegel in den Bezirken jedoch die Ausnahme. Die meisten Bauaufsichtsbehörden vertrauen darauf, dass ihre üblichen Überprüfungen nach der Brandschutzverordnung ausreichen. Vorgeschrieben sind zum einen Brandsicherheitsschauen, die Mitarbeiter des Bezirks und der Feuerwehr alle vier bis fünf Jahre durchführen. Sie prüfen dabei Notausgänge, Fluchttüren, Löschgeräte und andere Sicherheitsvorkehrungen, müssen sich zuvor allerdings anmelden.

Doch es gibt auch den Überraschungscoup. Bei solchen spontanen Betriebskontrollen der Bauaufsicht stehen die Prüfer unangemeldet vor der Tür, vorzugsweise zur Discozeit. So ging die Behörde in Prenzlauer Berg jüngst vor. In Neukölln ist ein Sprecher der Bauaufsicht allerdings skeptisch. "Eine solche Aktion mag die Betreiber zwar verunsichern, doch kaum sind wir weg, können sie wieder Getränkekisten vor die Notausgänge stellen."

Ein derartiger Fall hatte im Januar für Aufsehen gesorgt. Damals entdeckte die Polizei bei einer Razzia in der Disko "Paradise" in Siemensstadt verstellte Fluchtwege und abgeschlossene Nottüren.

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