Berlin : Lotterie mit Hauptgewinnen, die man nicht kaufen kann

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Das Warten hatte sich gelohnt. Nach zweieinhalb Stunden Schlange stehen war Bruni Gosemann die erste Berlinerin, die gestern das Berliner "Scheckheft" erstand und zudem noch gemeinsam mit Julia Biedermann und Wolfgang Lippert, die die Aktion offiziell eröffneten, fürs Erinnerungsfoto posieren durfte.

Zum 49. Mal erscheint das Scheckheft in diesem Jahr mit 206 verschiedenen Schecks, die Ermäßigungen zu verschiedenen Veranstaltungen gewähren, etwa in der Staatsoper, dem Friedrichstadtpalast, den Sternwarten oder dem Zoo und dem Tierpark. Aber auch in Minigolfclubs, Beauty-Studios oder bei einer Führung der Berliner Wasserbetriebe durch die Abwasserkanäle der Stadt erhält man bei Vorlage der Schecks Rabatt. Neu sind die 24 Schecks für Kinder.

Die Lotterie, die im Zusammenhang mit dem Scheckheft ausgespielt wird, verspricht 978 Gewinne in einem Gesamtwert von 900 000 Mark. Wer bei der Lotterieziehung am 18. Juni den Hauptgewinn erhält, hat die Qual der Wahl und muss sich entscheiden, ob er lieber 400 000 Mark in bar, eine Eigentumswohnung am Südwestkorso oder ein Apartment auf Sylt oder Mallorca sein Eigen nennen möchte. Der zweite Preis dürfte Sammlerherzen höher schlagen lassen: Alle 2298 Micky-Maus-Hefte ab September 1951 bis Dezember 1999 sowie 33 Sonderhefte von "Cinderella" bis "Alice im Wunderland" aus den Jahren 1951 bis 1955. Die guten Stücke, die zu Beginn ihres Erscheinens je 75 Pfennige kosteten, haben mittlerweile einen Sammlerwert von 100 000 Mark.

Unter den 18 Hauptpreisen sind außerdem drei Volkswagen, ein Einkaufs- und ein Reisegutschein über je 20 000 Mark, ein Sparbuch mit 10 000 Mark, die Briefmarkensammlungen "Berlin komplett" und "DDR komplett", eine New-York-Reise auf der MS Queen Elizabeth 2 und ein verlängertes Wochenende in Paris zu gewinnen.

Gewinner der sechs "Hauptgewinne, die man nicht kaufen kann", dürfen sich Stars aus der Nähe angucken bei der Abschlussfeier der Berliner Filmfestspiele, im Vip-Bereich bei einem Spiel der Eisbären und beim Istaf mit anschließender Abschlussfeier der Sportler im Radisson SAS Hotel.

Der Erlös der Lotterie, die nach Lotto und Toto die drittgrößte Berlins ist, fließt den Beihilfen für ältere und notleidende Künstler und der Förderung junger Komponisten, Schriftsteller, bildender und darstellender Künstler zu und unterstützt die vom Bildungsverein des Journalisten-Verbandes in Berlin betriebene Journalistenschule.

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