Berlin : Love Parade – aber mit Vergnügen!

Techno-Party soll doch stattfinden: Wirtschaftssenator Harald Wolf und Veranstalter sind sich weitgehend einig

Gerd Nowakowski,Matthias Oloew

Von Gerd Nowakowski

und Matthias Oloew

Die Signale sind eindeutig: Die Love Parade soll nun doch stattfinden. Wirtschaftssenator Harald Wolf (PDS) und die Veranstalter werden sich am heutigen Mittwoch treffen, doch viel zu besprechen gibt es nicht, denn im Kern steht fest: Sie werden alle Hebel in Bewegung zu setzen, damit der Rave am 10. Juli starten kann. Die Partyveranstalter haben sich ohnehin nicht durch die frühzeitige Absage irritieren lassen. Die Macher des „Lovestern Galaktika“, einer der größten Techno-Partys am Love-Parade-Wochenende, kündigten jetzt an, ihre Party auf jeden Fall zu feiern. Die Party wird unter anderem von der Messegesellschaft organisiert. Sie will auch wieder, wie im vergangenen Jahr, das Catering an der Strecke übernehmen. Auch die Berliner Clubs machen mit und bieten an diesem Wochenende ihre Partys an.

Wolf sagte am Dienstag: „Es ist ein dynamischer Prozess im Gang.“ Eine definitive Entscheidung stehe noch nicht fest, diese sei erst gegen Ende dieser Woche zu erwarten. Unterdessen hat Ralf Regitz, Geschäftsführer der organisierenden Firma Planetcom, damit begonnen, neue Leute einzustellen und mit den Vorbereitungen zu beginnen, „uns läuft sonst die Zeit davon“, sagte Regitz dem Tagesspiegel. Einzig Fabian Lenz, Geschäftsführer der Love Parade GmbH und derjenige, der das Techno-Fest abgesagt hatte, ist von der Dynamik nicht durchweg begeistert.

Er fürchtet, dass der diesjährige Rave auf der Straße des 17. Juni wegen der kurzen Vorbereitungszeit nicht mehr so viele Techno- Fans anziehen wird und auch die Qualität des Umzugs nicht mehr den hohen Erwartungen entsprechen könnte, die man an die Love Parade stelle. Lenz: „So kann eine Veranstaltung langfristig kaputtverwaltet werden.“ Er schließt nicht aus, dass der diesjährige Rave deshalb die Marke „Love Parade“ auf lange Sicht beschädigt. Und das sei schlimmer, als den Umzug für abzusagen.

Das Hin und Her zwischen Love Parade GmbH als Veranstalterin und der Firma Planetcom als Organisatorin erklärt sich folgendermaßen: Die Markenrechte am Namen „Love Parade“ hält die gleichnamige Firma mit Fabian Lenz als Chef. Den Vertrag mit dem exklusiven Recht, am jeweils zweiten Sonnabend im Monat Juli auf der Straße des 17. Juni eine Love Parade veranstalten zu dürfen, hat aber die Firma Planetcom mit Ralf Regitz an der Spitze. Die Love Parade wiederum ist das einzige Geschäftsfeld der Firma Planetcom, weshalb Regitz und der Senat auf jeden Fall wollen, dass der Techno- Umzug stattfindet. Wer das Spektakel schließlich bezahlen muss, ist nicht ausgemacht. Lenz fürchtet, dass er auf den Kosten sitzen bleibt, obwohl er den Rave eigentlich abgesagt hat. Das könnte das Ende der Love Parade GmbH bedeuten. Ob es ohne sie dann noch Love Parades geben wird, sei nicht klar.

Nach Schätzungen von Fabian Lenz gibt es für die Parade noch eine Deckungslücke von etwa 500000 Euro. Ein Sponsor sei im Boot, Verhandlungen mit einem weiteren liefen noch. Wie im Vorjahr wird die Messegesellschaft Berlin das Catering übernehmen. Überlegungen, von den Teilnehmern ein Eintrittsgeld zu verlangen, seien von des Gesellschaftern der Love Parade jedoch abgelehnt worden. Pläne, dem Rave neue Impulse zu geben, konnten nicht mehr umgesetzt werden. Lenz hatte daran gedacht, aus den zehn neuen Mitgliedsländern der EU jeweils einen Wagen starten zu lassen, und DJs aus dem Baltikum zum Beispiel mit DJs aus Dänemark zusammenzubringen.

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