• Love Parade: "Der Umzug muss am 14. Juli stattfinden" - Wirtschaftssenator Branoner will Techno-Alternativroute vorschlagen

Berlin : Love Parade: "Der Umzug muss am 14. Juli stattfinden" - Wirtschaftssenator Branoner will Techno-Alternativroute vorschlagen

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Am 14. Juli führt kein Weg vorbei. Das sagt Wirtschaftssenator Wolfgang Branoner (CDU) und fordert, dass die Love Parade zwingend an ihrem angestammten Termin stattfinden muss. Die Strecken-Alternativen seien interessante Vorschläge der Veranstalter. "Die geänderte Route wäre die beste", sagte Branoner am Donnerstag. Eine Verschiebung der Love Parade um eine Woche wäre für die Stadt ein "Dilemma". Im Gespräch mit dem Tagesspiegel sagte der Senator weiter: "Verzichten wir auf eine Vorbereitung der Techno-Party, kommen die Leute trotzdem angereist und organisieren ihre Love Parade spontan. Ich mag mir gar nicht ausmalen, was im Tiergarten los ist, wenn 500 000 Raver aus aller Welt unorganisiert feiern."

Branoner zählt zu den wichtigsten Befürwortern der Love Parade in Berlin. Im März hatte er die Veranstalter und die Versammlungsbehörde an einen Tisch geholt, um einen Ausweg aus dem Termin-Dilemma zu finden. Dem Drängen der Versammlungsbehörde auf eine andere Route auszuweichen, wollten die Liebesparadierer bei dieser Runde aber nicht nachgeben. Erst am Dienstagabend präsentierten sie zwei mögliche Ausweichstrecken. Zu spät. Die Versammlungsbehörde hatte zu diesem Zeitpunkt bereits entschieden.

Branoner glaubt, dass die Belastung für den Tiergarten in einigen Jahren sogar ganz verschwunden ist. "Eine Million Teilnehmer, das ist Geschichte", so Branoner, "in fünf Jahren sind wir wieder bei 100 000 Ravern. Das kommt vor allem durch die dezentrale Organisation der Love Parade. Vergangenes Jahr gab es Techno-Raves in Wien, Tel Aviv und anderswo, das wird dieses Jahr wieder so sein und sich weiter entwickeln." In der Folge könne man darüber nachdenken, die Love Parade wieder an den Kurfürstendamm zu verlegen, oder aber, so Branoner, "ein Festival à la Woodstock" in Adlershof veranstalten. Der Flughafen Tempelhof ist für ihn keine Alternative.

Die Straße des 17. Juni sei, so Branoner, am besten für die Love Parade geeignet. "Die Frankfurter Allee ist zwar als Paradestrecke gebaut worden, aber die Gebäude und die engen Seitenstraßen verhindern, dass im Notfall Verletzte aus der Mitte der Ravermenge herausgeholt werden können. Außerdem ist der Mittelstreifen nicht gepflastert wie im Tiergarten, das birgt zusätzliche Gefahren."

Im diesjährigen Steit um die Love Parade will sich Branoner indes nicht noch stärker engagieren. Um den Tiergarten zu schützen, empfiehlt der Wirtschaftssentor, Teile des Parks abzusperren und sich selbst und der natürlichen Regenerierung zu überlassen. Branoner: "Das ist das beste Mittel. Das kostet wenig und hilft viel."

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