Berlin : Love Parade: Marusha spielt nicht mehr mit

Katja Füchsel

Zu doof - mehr war von DJane Marusha nicht zu erfahren. Aber wer wäre auch die Techno-Queen, wenn sie sich zum Diskutieren hinreißen ließe? Wenn sie der Gemeinde in ausführlichen Worten ihren Ausstieg erklärte? Nicht Marusha, und deshalb ließ sie ihr Management eben schlicht verlauten, die Querelen um die Love Parade seien ihr "zu doof". Aus diesem einen Grund soll die dreizehnte Love Parade ohne sie durch die Stadt rollen - am 14. Juli, 21. Juli oder wann auch immer.

Die Organisatoren der Love Parade reagierten auf die Absage ihrer prominenten DJane mit den einst bunt gefärbten Augenbrauen gelassen. "Wir halten die Entscheidung für bedauerlich", sagte Sprecher Enric Nitzsche. Allerdings werde die Love Parade die wenigen Ausfälle - in der vergangenen Woche hatte bereits Sven Väth abgesagt - leicht verkraften können. Mit einer Ausstiegswelle der DJs rechne man jedenfalls nicht, "ganz im Gegenteil", sagt Nitzsche. "Alle hatten den 14. Juli eingeplant und versuchen jetzt umzudisponieren." So habe beispielsweise DJ Paul van Dyk keinen Grund für eine Absage gesehen und auch Westbam sich bereits angekündigt.

Seit Dienstag ist es offiziell, das Motto der Love Parade 2001: "Join The Love Republic". Offen ist nach wochenlangem Gerangel allerdings noch, wann die Raver Staatsbürger der Love Republic werden dürfen. Auf ihrer Internetseite nennen die Organisatoren jetzt den 21. Juli als festen Termin. Ein gewagtes Spiel, denn bislang konnte man sich mit der Versammlungsbehörde nicht endgültig auf diesen Tag einigen. "Wir dringen jetzt auf eine Entscheidung", sagt Nitzsche.

Bei der Senatsinnenverwaltung stieß die Internet-Mitteilung auf Verwunderung. Schließlich befinde man sich mitten in den Verhandlungen. "Es gibt noch keine endgültige Entscheidung", sagt Sprecher Hartmut Rhein. Das Gezerre um die Love Parade nimmt also ihren Lauf. Wie berichtet, wurde das Spektakel zunächst von der Bürgerinitiative "Rettet den Tiergarten vor der Love Parade" von seinem Stammtermin am 14. Juli verdrängt. Die Paraden-Gegner hatten sich zuerst bei der Polizei angemeldet und damit das Rennen gemacht. Aber auch der Ausweichtermin am 21. Juli gilt als umstritten, weil dem Senat für dieses Datum ein weiterer Antrag auf eine Demonstration vorliegt. Die Initiative "Aktion 2000" beharrt jetzt ebenfalls auf ihrer zuerst angemeldeten Demonstration. Seit Anfang April berät der Senat mit beiden Antragsstellern, um eine "einvernehmliche Lösung" zu finden. Bislang vergeblich.

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