Berlin : Lücken im Sicherheitssystemder S-Bahn

-

Im Sicherungssystem der S-Bahn gibt es Schwachstellen. Ob mit einem teureren System aber der Unfall vom Montag im Bahnhof Südkreuz verhindert hätte werden können, ist unklar. Noch steht nicht fest, warum eine S-Bahn auf ein im Bahnhof haltendes Messfahrzeug geprallt ist. Bei dem Zusammenstoß wurden nach offiziellen Angaben 33 Menschen verletzt. Die Ermittlungen beziehen sich, wie berichtet, vor allem darauf, wie schnell die S-Bahn gefahren war, das heißt, ob die zulässige Höchstgeschwindigkeit eingehalten oder überschritten war. Dass ein Messzug unterwegs war, sei den Triebwagenführern mitgeteilt worden, sagte ein S-Bahn-Sprecher gestern.

Anders als bei der U-Bahn der BVG wird bei der S-Bahn nicht automatisch überwacht, ob die erlaubte Geschwindigkeit eingehalten wird. Ist ein U-Bahn-Fahrer zu schnell, wird der Zug gebremst. Bei der S-Bahn soll es ein solches System erst geben, wenn ein neues Signalsystem eingeführt wird. Einen Termin dafür gibt es nicht.

Bereits mehrfach waren bei der S-Bahn Triebfahrzeugführer mit zu hoher Geschwindigkeit an einem Halt zeigenden Signal vorbeigefahren. Die Züge wurden dann zwar automatisch gebremst, weil sie aber zu schnell waren, reichte der Bremsweg nicht aus. Im Mai 2002 prallte so ein Zug im Bahnhof Hackescher Markt gegen eine haltende Bahn; bereits im Oktober 2001 hatte es einen ähnlichen Unfall am Ostkreuz gegeben.

Verkürzen ließe sich der Bremsweg auch mit einem dritten Bremssystem im Fahrzeug, der sogenannten Schienenbremse. Dabei presst sich ein Bremsklotz auf die Schiene, oder ein Magnet, der über der Schiene schwebt, bremst das Fahrzeug. Die Schienenbremse ist aber nur in Fahrzeugen üblich, die im Schnellverkehr eingesetzt werden. Bei der S-Bahn hält man die zwei vorhandenen Bremssysteme für ausreichend. Auch Straßenbahnen, die häufig schnell stoppen müssen, sind oft damit ausgestattet. kt

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben