Berlin : Lütte und Lieder

Die Sängerin Angelika Mann feierte bei den „Wühlmäusen“ ihr 35. Bühnenjubiläum

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„Leute, jetzt ist aber Schluss. Ich kann nicht mehr und brauch’ ein Bier“, bat der Star des Abends nach drei Stunden Konzert und umjubelten Zugaben um Gnade. Das Glück war am Freitagabend im Theater „Die Wühlmäuse“ messbar – exakt einen Meter und 49 Zentimeter hoch strahlte es in den Zuschauerraum. So groß ist die Sängerin Angelika Mann – bei ihren Fans als „Lütte“ bekannt und geliebt. Im Juni wurde sie 55, und am Freitag hatte sie ihr 35. Bühnenjubiläum. Das ergibt zusammen 90, und dazu hatte sie eingeladen: „Lütte wird 90“, posaunte sie schon vor Wochen in alle Welt hinaus, und wer es hörte, der kam zu ihrem Jubiläumskonzert in die „Wühlmäuse“.

Dort jubelten am Freitag unter den gesamtdeutschen Fans der 1985 „rübergemachten“ Künstlerin die aus Gera am lautesten. Für „Ossis“ im Publikum wie den TVKommissar Jaecki Schwarz oder den Schauspieler Herbert Köfer war das Jubiläum der quicklebendigen „90-Jährigen“ ein lust- und wehmutsvoller Ausflug in die Vergangenheit. Für „Wessis“, wie den ehemaligen CDU-Fraktionsvorsitzenden Frank Steffel und seine Frau Katja oder den Super-Illu-Chef Joachim Wolff dagegen mehr eine musikalische Nachhilfestunde in Sachen Ostliedgut. Gab doch nicht nur die „Lütte“ allein die Hits zum Besten, mit denen sie in den 70er und 80er Jahren zum DDR-Star wurde, sondern auch ihre Kollegen aus dieser Zeit. Allen voran der Liedermacher Reinhard Lakomy, der mit Angelika Mann nochmal das Lied sang, mit dem sie einst gemeinsam die ostdeutsche Hitliste stürmten: „Mir doch egal“.

Ein anderer Hit der Sängerin ging vor 18 Jahren in Erfüllung. „Ich wünsche mir ein Baby sehr“, hatte damals die gelernte Apothekenhelferin und in der Musikschule Friedrichshain ausgebildete Pianistin und Sängerin gesungen. Der Gitarrist Uwe Weidemüller erhörte ihren Wunsch – am Freitagabend begleitete er das Ständchen von Tochter Rike für seine Ex-Frau. Der neue Mann an ihrer Seite wird von ihr „Ralli“ gerufen und ist Biologe. Ihr neuer Bühnenpartner ist Frank Golischewski. Der wurde mit „Drei alten Schachteln“ bekannt und schreibt seit einem Jahr der „Lütten“ Lied um Lied auf den rundlichen Leib. Das Ergebnis dieser Partnerschaft konnte man am Abend kaufen: „Hier kommt zusammen, was zusammengehört“, heißt die Aufnahme des Programms, mit dem sie durch deutsche Lande touren.

In Berlin ist die „Bühnen-Reinkarnation der „Claire Waldoff“ und Rätsel“- Hexe des RBB-Weihnachts-Kinderprogramms auch präsent: „Der Mörder ist immer der Gärtner“ wird mit ihrer Hilfe im Kriminaltheater bewiesen. hema

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