Berlin : Luftbrücke für Südasien

Berlin unterstützt Wiederaufbau in Indonesien. Tsunami-Hilfe des Tagesspiegel für Sri Lanka geht weiter

Annette Kögel

Der kleine Hashan aus Sri Lanka weiß genau, wie sein neues Zuhause aussehen soll: „Das Haus soll zwischen vielen Bäumen und Blumen stehen“, hat der Zehnjährige Aufbauhelfern aus Deutschland gesagt. Das Kinderzitat ist auf einer Stellwand in der Ausstellung über Hilfsprojekte für Opfer des Tsunami in Südasien zu lesen, die noch bis zum morgigen Donnerstag im Berliner Rathaus gezeigt wird (s. Kasten). Unterdessen hat der Spendenverein des Tagesspiegel die zweite Phase des Wiederaufbauprojektes „Ein Dach über dem Kopf“ mit der Deutschen Welthungerhilfe in Sri Lanka gestartet – unsere Leser hatten dafür über 540 000 Euro gespendet. Wie jetzt bekannt wurde, ist die „Hilfebrücke Berlin-Südasien“ des Roten Kreuzes unter Schirmherrschaft des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) mit 272000 Euro Spenden weit bescheidener ausgefallen als erhofft – ursprünglich hatten Senat und Rotes Kreuz Hilfsmaßnahmen im Umfang von 5,7 Millionen Euro starten wollen.

Ein Dreivierteljahr nach dem Seebeben und den Flutwellen vom 26. Dezember 2004 ist das Leid in den Katastrophengebieten Südasiens weiter groß. Noch immer sind Millionen Menschen obdachlos, noch immer leiden Überlebende unter den körperlichen und seelischen Folgen der Flutwellen am 26. Dezember 2004.

Das Land Berlin leistet gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz Hilfe in Indonesien, und zwar in der Krisenregion Teunom südlich von Banda Aceh im Nordwesten der Insel Sumatra. Die Betriebe der IHK, der Handwerkskammer sowie der Berlin-Brandenburgischen Unternehmervereinigung haben nach einem Spendenaufruf insgesamt 57000 Euro überwiesen, sagt Hilfsaktionskoordinator Rainer Otto vom Deutschen Roten Kreuz in Berlin. Und Hertha BSC hat 215000 Euro für die Luftbrücke gespendet.

„Mit einem Teil des Geldes haben wir eine Grundschule mit Sportplatz für 283 Kinder in Teunom aufgebaut“, sagt Otto. Die übrigen Spenden sollen unter anderem in den Wiederaufbau von acht Schulen in der vom Bürgerkrieg gezeichneten Region Teunom mit 13000 überlebenden Einwohnern fließen, kündigte der DRK-Chef an. Aber auch Sportplätze werden finanziert. Das freue die Indonesier, sagte Otto: Ihm habe der dort für den Wiederaufbau zuständige Direktor Heru Prasetyo gestern erzählt, „dass die Menschen gern Fußball spielen und solche Projekte für das gesellschaftliche Zusammenleben sehr wichtig seien“. Im Berliner Rathaus fand am Dienstag eine internationale Tsunami-Konferenz mit Vertretern der betroffenen Länder, des Entwicklungsministeriums und Hilfsorganisationen statt.

Unterdessen geht die Tsunami-Hilfe des Tagesspiegels innerhalb unserer Spendenaktion „Menschen helfen“ in die zweite Phase. Im ersten Schritt haben wir, wie berichtet, in Kooperation mit der Deutschen Welthungerhilfe für 250000 Euro insgesamt 517 Übergangshäuser in den Regionen Trincomalee und Mullaitivu gebaut. Mit weiteren 100000 Euro Leserspenden können nun ein Gemeindehaus und permanente Wohnhäuser in den von Tsunami und Bürgerkrieg gezeichneten Dörfern Thithakkarai und Mathirikiramam im Nordosten Sri Lankas errichtet werden. Weitere 100000 Euro werden in den Neubau eines Berufsbildungszentrums unter anderem für junge Fischer in Trincomalee fließen. Die letzten knapp 100 000 Euro sollen einem langfristigen Arbeitsbeschaffungsprojekt in „Trinco“ zugute kommen. Der Tagesspiegel wird darüber bald detaillierter informieren – auch in einer Info-Veranstaltung für unsere Leser. Heute ist der Verlag Gastgeber der Kuratoriumssitzung der Stiftung der Deutschen Welthungerhilfe aus Bonn.

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