Berlin : Luftverkehr: Flugzeug kreiste über Forschungsreaktor

Ha/kf

Ein Flugzeug, das über dem Forschungreaktor des Hahn-Meitner-Instituts (HMI) kreiste, hat am Sonnabend für Aufregung gesorgt und einen Polizeieinsatz ausgelöst. Die Deutsche Flugsicherung wurde am Vormittag alarmiert, offensichtlich von Mitarbeitern des in Wannsee ansässigen HMI. "Tatsächlich gab es eine Flugbewegung in diesem Bereich", hieß es bei der Fugsicherung. Dass es sich bei der Maschine um ein Sportflugzeug handelte, wollte man jedoch nicht bestätigen. Auch im HMI fand sich gestern niemand zu einer Erklärung bereit. Nach dem Alarm nahm der Tower Funkkontakt mit dem Piloten auf. Der kreiste offenbar über Zehlendorf, um aus der Luft Fotos zu machen. Als ihn die Flugsicherung aufforderte, den Raum über dem Institut zu verlassen, drehte der Pilot sofort ab. Nach Informationen des Tagespiegels soll die Polizei die Kennung der kleinen Maschine entziffert haben.

Ein generelles Flugverbot über dem Reaktor in Wannsee besteht nicht. "Aber es ist selbstverständlich, dass man da nicht direkt drüber fliegt", sagte DFS-Betriebsleiter Ulrich Schulz gestern dem Tagesspiegel. Früher habe es im Luftfahrthandbuch allerdings noch die Anweisung gegeben, dass größere Industrieanlagen und Kleinreaktoren nicht überflogen werden dürfen. Bei der Feuerwehr gilt der Reaktor als "Gefahrenschwerpunkt". Im Notfallschutzplan des HMI wird als "größtmögliches Schadensereignis" der Absturz einer schnellen Militärmaschine genannt. Von Kleinflugzeugen ist nicht die Rede.

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