Lungenkrebs : Rauchen erzeugt Krebs – egal, ob aktiv oder passiv

Über 50 000 Menschen erkranken jährlich an einem Tumor in der Lunge. Die Operation ist schwierig. Deshalb fordern Spezialisten die Konzentration in Zentren, weil dort die Nachsorge besser organisiert sei

Wer erkrankt an Lungenkrebs – und wie gut stehen die Heilungschancen?

Jedes Jahr wird bei 52 000 Deutschen zum ersten Mal Lungenkrebs diagnostiziert. 60 bis 70 Prozent der Patienten sind älter als 65 Jahre. Bei Männern ist Lungenkrebs die häufigste Krebsart, bei Frauen die zweithäufigste. 2005 starben in Deutschland über 40 000 Menschen am Lungenkrebs. Er ist damit die vierthäufigste Todesursache. Rund 75 Prozent der Opfer waren Männer.

Bei lediglich 18 000 Erkrankten ist der diagnostizierte Krebs in einem so frühen Stadium, dass er noch operabel ist. Langjährigen Rauchern empfehlen Experten wenigstens eine Vorsorgeuntersuchung pro Jahr. Denn wird der Tumor im Frühstadium erkannt, besteht eine Heilungschance von 80 bis 85 Prozent.

Wodurch wird der Krebs verursacht?

Für etwa 85 Prozent der Erkrankungen ist Tabakrauch verantwortlich. Ob passiv oder aktiv inhaliert, ist dabei nicht entscheidend. Rund fünf Prozent der Erkrankungen gehen auf Luftverschmutzung zurück, rund acht Prozent auf Asbest.

Wo wird Lungenkrebs behandelt?

Die Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie fordert für Kliniken, die Lungenkrebsoperationen durchführen, eine Mindestanzahl von 120 Eingriffen pro Jahr sowie einen Stab von mindestens zwei Spezialisten. Begründet wird dies nicht etwa mit mangelnder Routine und damit eventuelle schlechteren Ergebnissen. Allerdings könnten größere Kliniken – so die Fachgesellschaft – eine bessere Versorgung der Patienten nach der Operation gewährleisten, da oft nur sie eine 24-stündige Betreuung sicherstellten. In den Spezialkliniken liege deshalb die Sterblichkeitsrate unter der von Häusern mit sehr geringen Operationszahlen.

Wo wird in Berlin Lungenkrebs operiert und welche Kliniken werden von den Ärzten besonders häufig empfohlen?

In Berlin erreichten im Jahr 2005 nur zwei Kliniken eine über 120 Operationen liegende Fallzahl: die evangelische Lungenklinik und das Helios-Klinikum Emil von Behring in Zehlendorf. Beide Kliniken sind auch die mit Abstand am häufigsten von den niedergelassenen Ärzten für dieses Krankheitsbild empfohlenen Krankenhäuser. Von der Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung (BQS) werden für diese Klinikbehandlung bisher keine Qualitätsdaten erhoben.

Wo bekomme ich Hilfe und Informationen? Selbsthilfe Lungenkrebs e. V, Internet: www.lungenkrebs.de, Telefon: (030) 450578306

Berliner Krebsgesellschaft e. V., Internet: www.berliner-krebsgesellschaft.de, Telefon: 030/2832400 mho

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben