Berlin : Macht mal

Werner van Bebber

bestaunt die Freizeitpolitiker aller Parteien So ein Tag, so wunderschön wie gestern dieser Fastsommertag – und da sitzen sie in einem Saal und reden. Reden stundenlang bei geschlossenen Fenstern über das, was in der Nordost- CDU nicht gut gelaufen ist. Wahren die Form und behalten am Rednerpult ihre Jacketts an. Jeder Blick aus dem Fenster erinnert sie daran, dass sie gerade etwas verpassen – und seien es ein paar Minuten auf einer Parkbank, in denen sie spüren würden, wie die Sonne die Stadt und jeden einzelnen Bewohner wachküsst.

Aber es ist Kreisparteitag, wie es bei der CDU heißt. Bei anderen Parteien heißt es anders, die Begleiterscheinungen sind allerdings überall die gleichen: platt gesessene Gesäße. Man trinkt massenweise Kaffee gegen die Müdigkeit und isst faden Kartoffelsalat gegen den Hunger. Man muss Geduld haben, zuhören, argumentieren, noch mehr Geduld haben, dann abstimmen und sich, wenn es sein muss, geschlagen geben. So ist Politik auf der untersten Ebene. Ehrenamtliche Politik. Gut, dass es Leute gibt, die sie machen. Die Ehre daran muss sich jeder einbilden.

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