Berlin : Machtkontrolle auf katholisch

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Als „strukturelle Verantwortungslosigkeit“ hatten einige deutsche Bischöfe den Weg des Berliner Erzbistums in die Finanzmisere charakterisiert. Bislang herrscht ein Gewirr von Leitungsgremien, die sich in ihren Kompetenzen überschneiden und von denen keines die Macht hat, den Weg in die Schuldenfalle zu stoppen. Das soll jetzt anders werden, „damit sich eine derartige Katastrophe nicht wiederholt“, wie es der Vorsitzende des Diözesanrats, HansJürgen van Schewick, formuliert. Im Generalvikariat des Erzbistum gibt es Überlegungen, bis zum September ein neues zentrales Finanzgremium mit externen Laienfachleuten zu installieren, welches künftig gegenüber Kardinal Georg Sterzinsky und der Bistumsleitung in Geldfragen ein Vetorecht hat. Sieben Personen sollen – so die vorläufigen Pläne – diesem Finanzkreis angehören. Drei kommen aus dem bisherigen Kirchensteuerbeirat, der sich dann auflöst. Die anderen vier soll Sterzinsky persönlich ernennen. Nach diesem Modell würde dann allerdings der Kardinal die Mehrheit seiner künftigen Kontrolleure selbst bestimmen – nur ein bisschen Gewaltenteilung also, dafür aber ein bisschen sehr katholisch. M.G.

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