Berlin : Macht’s kurz!

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David Ensikat rechnet mit

der Planwirtschaft ab

Wenn es die Perfektionisten nicht gäbe, hätte man mehr vom Leben: Die Perfektionisten machen die Krimis lang, und man kommt ewig nicht aus dem Kino. Die Perfektionisten sind die Planwirtschaftler unter den Kriminellen. Statt ordentlich auf die Tube zu drücken – Maske drüber, Hände hoch, Mäuse rüber, Gangster weg – tüfteln sie sich von Krimiakt zu Krimiakt, bedenken jede Eventualität, die Action kommt viel zu kurz – und am Ende werden sie doch alle irgendwie geschnappt.

Jetzt hat die echte Polizei im echten Leben vier echte Gangster echt geschnappt. Dabei hat es sich, wie es aussieht, nicht um Perfektionisten gehandelt. Zum Glück. Sie hatten zwar auf recht elegante Art und Weise ein paar Bordelle ausgeraubt – als getarnte, also zivile Polizeibeamte mit gefälschten PolizeiAusweisen. Aber sie haben vergessen, ihre Autoversicherung zu bezahlen. Dadurch sind sie der Polizei aufgefallen.

Wer weiß, wie viele Puffs die mit ordentlicher Versicherung noch ausgeräumt hätten. Wir hätten nichts davon erfahren, weil die Polizei uns ohne ihren Zufallserfolg nichts davon erzählt hätte (ist ja auch peinlich, wenn da falsche Kollegen das Ansehen der Ordnungsmacht in den Schmutz ziehen). Wir danken also denen, die nicht immer alles bedenken und dadurch die Geschichten verkürzen – und verweisen planmäßig auf den langen Bericht:

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