• Machtwechsel in Berlin: Auf jeden Fall doppelt so gut - was die neue Wirtschaftssenatorin für ihr Amt qualifiziert

Berlin : Machtwechsel in Berlin: Auf jeden Fall doppelt so gut - was die neue Wirtschaftssenatorin für ihr Amt qualifiziert

lom

Zum Thema Online Spezial: Machtwechsel in Berlin Wer ist Juliane Freifrau von Friesen? "Ich bin eine der zirka insgesamt 1,1 Millionen Führungskräfte der deutschen Wirtschaft, und wäre ich eine Mann, würde kein Hahn nach mir krähen". So beschrieb sich Berlins neue Wirtschaftssenatorin einst in einem Selbstportrait für die Freie Universität. Ein Hahn hat nicht nach ihr gekräht, aber Sibyll Klotz, die Fraktionsvorsitzende der Grünen, hat nach ihr gerufen - nicht zuletzt, weil sie eine Frau ist. Das würde die Fraktionsvorsitzende so allerdings nicht sagen. Sie verweist auf die Wirschaftskompetenz der parteilosen Juristin - doch eben die ist, im Gegensatz zu ihrem Geschlecht, umstritten.

Juliane von Friesen kommt vom Energieunternehmen VEAG. Hier leitete sie die Stabsabteilung Führungskräfte und war auch mit der Unternehmenskommunikation befasst. Dem Vorstand gehörte sie nicht an, mit strategischen Aufgaben war sie nicht betraut. Die Frage, die von Kritikern gestellt wird, lautet deshalb: Hat die neue Senatorin die erforderlichen Kontakte zur Wirtschaft - und genießt sie dort genug Vertrauen?

Die SPD-Fraktion zeigte sich eher skeptisch, als Frau von Friesen ihr vorgestellt wurde. Dennoch bekam die Kandidatin der Grünen bei der Senatorenwahl 89 Stimmen - so viele wie Klaus Wowereit, mehr als Peter Strieder. Kritische Töne waren, kaum verwunderlich, am Sonntag aus der FDP zu hören. Das Bundesvorstandsmitglied Mehmet Daimagüler sprach von einer Mogelpackung: "Wir brauchen keine Gleichstellungsbeauftragte, sondern eine Wirtschaftssenatorin". Mit Juliane von Friesen komme die Berliner Wirtschaftspolitik nicht aus dem Mittelmaß heraus.

In ihrer Selbstdarstellung für die FU hatte Juliane von Friesen geschrieben, Frauen müssten immer noch doppelt so gut sein wie Männer, um wenigstens halb so weit wie diese zu kommen - "allerdings fällt das Doppeltsogutsein uns Frauen erfahrungsgemäß nicht allzu schwer". Der Maßstab zur Zeit heißt Wolfgang Branoner. Und was will sie anders machen? Der Nachrichtenagentur dpa sagte die Senatorin am Sonntag, das könne sie noch nicht sagen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar