• Machtwechsel in Berlin: Der dienstälteste Ministerpräsident. Die Stationen der politischen Karriere von Eberhard Diepgen

Berlin : Machtwechsel in Berlin: Der dienstälteste Ministerpräsident. Die Stationen der politischen Karriere von Eberhard Diepgen

Wenn Eberhard Diepgen heute erwartungsgemäß durch ein Misstrauensvotum abgewählt wird, geht eine Ära zu Ende. Länger als er war in Berlin kein Regierender Bürgermeister im Amt. Wir dokumentieren nachfolgend die wichtigsten Stationen seiner politischen Karriere.

1962: Eintritt in die CDU. Während seiner Studentenzeit 1960 bis 1967 an der Freien Universität Berlin engagiert sich Diepgen politisch im Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS).

1971: Diepgen wird Mitglied im CDU-Landesvorstand.

April 1971: Erstmaliger Einzug ins Abgeordnetenhaus

Dezember 1980: Übernahme des CDU-Fraktionsvorsitzes von Heinrich Lummer

Dezember 1983: Diepgen wird zum CDU-Landeschef gewählt und im Mai 2001 zum zehnten Mal im Amt bestätigt.

Februar 1984: Diepgen wird als Nachfolger von Richard von Weizsäcker zum Regierenden Bürgermeister gewählt.

April 1985: Die CDU siegt bei der Abgeordnetenhauswahl im März. Diepgen wird zum Regierenden Bürgermeister gewählt.

1986: Im Zuge der Antes-Affäre gerät Diepgen wegen seiner zögerlichen Haltung unter Druck. Er muss den Senat umbilden. Außerdem gesteht er ein, 1982 insgesamt 75 000 Mark Parteispenden von einem Bauunternehmer erhalten zu haben.

1987/88: Diepgen macht sich für eine Verbesserung der Beziehungen zur DDR stark.

März 1989: Die CDU gewinnt im Januar die Wahlen, doch eine rot-grüne Koalition macht Diepgen zum Oppositionsführer.

Januar 1991: Diepgen gelingt nach dem CDU-Sieg bei der ersten Gesamtberliner Wahl nach der Wiedervereinigung im Dezember 1990 ein Comeback als Regierungschef.

Februar 1992: Diepgen stürzt mit seiner Zustimmung zum umstrittenen Steuerpaket der Bundesregierung im Bundesrat die Koalition mit der SPD in eine Krise.

September 1993: Berlin scheitert mit seiner Bewerbung um Olympia 2000.

Januar 1996: Nach dem CDU-Wahlsieg im Oktober 1995 wird Diepgen erneut Regierender Bürgermeister. Bis zum Jahresende werden die Gehälter der Ost-Angestellten an Westniveau angeglichen.

Mai 1996: Die Länderfusion Berlin-Brandenburg scheitert am Votum der Brandenburger. Der Bund, Berlin und Brandenburg beschließen den Ausbau des Flughafens Schönefeld zu einem internationalen Airport. Eröffnung soll im Jahr 2007 sein.

Dezember 1999: Bei der Wahl im Oktober siegt die CDU, und Diepgen steht wieder an der Spitze des Senats.

Juli 2000: Berlin stimmt im Bundesrat der rot-grünen Steuerreform zu. Diepgen wird danach von der Bundes-CDU scharf kritisiert.

Januar 2001: Die Zahl der Bezirke wird von 23 auf zwölf verringert.

Februar 2001: Ein Spendenskandal der Berliner CDU wird aufgedeckt. Dabei wird bekannt, dass die Bankgesellschaft Berlin mindestens vier Milliarden Mark zur Fortführung ihrer Geschäftstätigkeit braucht. Das Land Berlin schlittert in den nächsten Monaten in eine handfeste Finanz- und Koalitionskrise. Die Stadt muss zusätzliche Kredite über sechs Milliarden Mark aufnehmen.

6. Juni 2001: Die SPD verkündet den Ausstieg aus der großen Koalition.

14. Juni 2001: Im Abgeordnetenhaus bringen SPD und Grüne mit Unterstützung der PDS einen Misstrauensantrag gegen den Regierenden Bürgermeister Diepgen ein. Es ist der insgesamt sechste Misstrauensantrag gegen Diepgen während seiner Amtszeit als Regierender Bürgermeister.

16. Juni 2001: SPD, Grüne und PDS wollen Diepgen als Regierungschef abwählen.

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