Berlin : Madonna als Cha-Cha-Cha

Werner Last geht wie sein berühmter Onkel James mit großer Band auf Tournee Am Freitag tritt er in der Kulturbrauerei auf – mit Popsongs im Tanzschulsound

Sebastian Leber

Dass aus Werner Last ein Musiker würde, war nicht schwer vorherzusehen. Sein Vater, die drei Cousins, sein berühmter Onkel James – alle haben sich der Musik verschrieben. „Das scheint bei uns infektiös zu sein“, sagt Werner Last.

Nach verschiedenen Bandprojekten und jahrelanger Produzentenarbeit kommt der 49-Jährige jetzt mit seinem neuen Orchester nach Berlin, dem „Last Ballroom Orchestra“. Und wie der Name schon sagt, ist der Auftritt am Freitagabend in der Kulturbrauerei nicht nur ein Konzert, sondern eine Tanzveranstaltung. So etwas gebe es in Deutschland viel zu selten, findet Last: „Wer weiß denn heute noch, wie wunderbar es ist, zur Musik einer Liveband anstatt zum Tonband zu tanzen?“ In den Vereinigten Staaten, wo der Hamburger die meiste Zeit des Jahres lebt, sei die Kombination Bandauftritt und Tanz viel verbreiteter. Da toure er mit seinem Orchester durchs ganze Land und sei gut ausgebucht. Das Konzert in der Kulturbrauerei ist nun das erste in Europa. Und mit Sicherheit nicht das letzte: Für 2006 hat Last bereits zwei weitere Auftritte in Berlin geplant.

Das Repertoire des 16-köpfigen Orchesters reicht von Rumba über Tango und Foxtrott bis zum Quickstepp. Neben Tanzschul-Klassikern werden auch bekannte Popsongs gespielt, die Werner Last und seine Musiker umarrangiert haben. So wird „We are the champions“ von Queen zum Wiener Walzer, Madonnas „Like a virgin“ zu einem Cha-Cha-Cha. Die Gäste müssten aber keine Angst haben, dass sie den Rhythmus nicht erkennen und aus Versehen das Falsche tanzen, sagt Last. Vor jedem neuen Lied will er den passenden Tanz ansagen.

Übrigens seien nicht alle Mitglieder seiner Großfamilie mit eigenen Orchestern und Big Bands unterwegs. Ein Cousin interessiere sich mehr für Heavy Metal, ein anderer für Elektro. Und warum gerade Onkel James ein Weltstar wurde? Das sei doch ganz einfach, sagt Walter Last. Wer seinen inzwischen 75-jährigen Onkel durch eine Tür kommen sehe, wisse sofort, dass der Mann „auch heute noch so viel Charisma und Power wie niemand anderes“ habe.

Das Last Ballroom Orchestra spielt am Freitag ab 20 Uhr im Palais der Kulturbrauerei, Schönhauser Allee 36, Gebäude 11.1. Infos und Karten unter 44315135.

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