Berlin : Madonna: Meistbietend

Christian Domnitz

Madonna-Fans, die am Mittwochnachmittag in guter Hoffnung zur Max-Schmeling-Halle strömten, hatten Pech: Inzwischen sind wirklich alle Karten für Madonnas Mega-Show verkauft, es gab keine Tickets mehr für Mittwochabend, und auch für den Freitag und den Sonnabend ist die Max-Schmeling-Halle im Prenzlauer Berg jetzt restlos ausverkauft. Noch siebzig Karten zu 245 Mark lagen am Mittwoch um zehn an den Kassenschaltern, um zwölf Uhr waren dann auch sie weg. Rund 30 Umschläge mit bereits bezahlten Karten - es dürften etwa fünfzig sein - warten noch auf ihre Abholung. Doch wer hofft, eine davon zu bekommen, liegt falsch: Doppelt verkauft werde nicht, sagt Sandra Fabian von "Velomax", die den Ticketverkauf in der Max-Schmeling-Halle organisiert. Fans ohne Karte können jetzt nur noch auf den Schwarzmarkt hoffen: Am Nachmittag gingen einige Verkäufer vor dem Eingang hin und her und hielten Tickets in der Hand. Am Abend, an dem die offiziellen Karten weg waren, dürfte der Schwarzmarktpreis allerdings deutlich über 245 Mark gestiegen sein - den Betrag, den die Karten regulär an der Kasse gekostet hätten.

Zum Thema Online Spezial: Madonna in concert Am Nachmittag schon stieg auf dem Falkplatz und im Mauerpark eine kleine Party vor der Show: 100 Fans warteten um zwei schon vor dem Eingang, um gute Plätze zu bekommen, wenn vier Stunden später der Einlass beginnt. Andere lagen auf der Wiese und sonnten sich. In zwei Stunden soll es so richtig voll werden hier, wie gestern, als im Mauerpark Volksfeststimmung herrschte. Würstchen, kühle Getränke, Snacks: Händler bieten Essbares und Erfrischungen an, einige Meter weiter läuft die Merchandising-Maschine: Madonna-T-Shirts, Madonna-Basecaps, Madonna-Fanartikel aller Art: Hier wird verkauft, wofür ein richtiger Fan richtig viel Geld bezahlt. Jetzt, während des Ansturms auf die Max-Schmeling-Halle, fährt täglich eine Kehrmaschine die Straße entlang, fegt Eispapier und Getränkedosen weg.

Etwas delikater als das Sit-In am Falkplatz wird eine After-Show-Party des ägyptischen Jetsetters Shering Yousri am Sonnabend ausfallen: Er hat den Shark Club in der Rosmarinstraße angemietet, um mit ausgewählten Madonna-Bewunderern von 23 Uhr bis in den Morgen hinein zu feiern. Den exklusiven Promi-Kompakturlaub haben 400 Menschen gebucht, darunter Wigald Boning mit seiner Gattin. Auch Toby Schlegel von VIVA und ex-Sat1-Chef Fred Kogel haben je eines der tausend Mark teuren Tickets. Gemunkelt wird, dass sich einige Sternchen der "Berliner Schickeria" umsonst um eine Karte bemühten. "Herr Yousri hat eher einen internationalen Geschmack", verlautet es vom Shark Club. Ob Madonna selbst an der Party teilnehmen wird, ist ungewiss. Eine Aftershow-Party nach dem Konzert am Dienstag stieg ohne den Star: Im Restaurant "Die Möwe" speisten der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit, Carola Ferstl von n-tv und die Fernsehmoderatorin Alexandra Bechtel.

Also, was treibt die Diva selbst so in der Stadt? Mit mehreren Begleitern besuchte sie am Montagabend die Bar des Restaurants "Adermann". "Sie hat Pfefferminztee bestellt", sagt Kellner Nuri Kaya und bestätigt damit Berichte mehrerer Zeitungen. Vielleicht hat der Tee geholfen: Beim ihrem ersten Deutschland-Auftritt am Dienstag klang Madonnas Stimme jedenfalls glasklar.

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