Berlin : Märchen als Brücke

tabu

Es geht wieder märchenhaft zu in Berlin. Anlass sind die 12. Märchentage vom 8. bis zum 18. November, die die Neue Gesellschaft für Literatur e.V. veranstaltet. Mit mehr als 450 Terminen an etwa 200 Orten in und um Berlin interpretieren an zehn Tagen rund 100 Künstler das Motto "Märchen und Geschichten aus 2001 Nacht" für Jung und Alt. Sie sollen die Stadt in einen Basar verwandeln: arabische Geschichten neben türkischen Märchen. Palästinensische praktizieren neben israelischen Künstlern den Dialog der Kulturen.

"Bei der Planung für die Märchentage konnte keiner ahnen, wie brisant die Lage heute ist", sagte Silke Fischer, Projektleiterin der Märchentage, bei der Vorab-Präsentation im Club Adagio am Marlene-Dietrich-Platz. Sie setzt darauf, dass Märchen und Geschichten kulturelle Kommunikationsformen und universell verständlich sind. Deswegen seien sie ein wirksames Heilmittel in der Auseinandersetzung mit Ressentiments, Fremdenangst und Intoleranz.

Aus diesem Grund unterstützt auch die Aktion "Gesicht zeigen!" die Märchentage. Sat 1-Moderatorin Astrid Frohloff, die sich in der Organisation gegen Fremdenfeindlichkeit engagiert, sagte: "Wir sind der Meinung, dass nicht früh genug damit begonnen werden kann, Toleranz und Weltoffenheit zu fördern. Die Zielsetzung der Märchentage ist, fremdes Kulturgut kennen zu lernen und als Bereicherung zu erfahren." Einige prominente Mitglieder der Organisation werden an verschiedenen Tagen Märchen vortragen. Beispielsweise liest die Schauspielerin Iris Berben am 8. November um 10 Uhr in der Bettina-von-Arnim-Bibliothek in Prenzlauer Berg (Voranmeldung unter der Telefonnummer: 445 73 46), Moderator Reinhold Beckmann stellt am 14. November um 16 Uhr 30 in der Jugendbibliothek Britz-Süd ein Märchen vor (Anmeldung unter 68 09 12 27).

Die Schirmherrschaft über die Veranstaltung hat neben dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit auch der Präsident der Deutsch-Arabischen-Gesellschaft, Jürgen W. Möllemann und der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Musa.

Programmhefte liegen in sämtlichen Bibliotheken sowie Veranstaltungsorten aus. Eine Übersicht steht auch im Internet unter www.ngl-berlin.de/maerchentage . Auskunft gibt das Büro in der Rosenthaler Straße 6, Telefonnummer: 347 094 78.

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