Berlin : Märchenhaft

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Von Christian van Lessen

Ein altes Herbstmärchen erzählt, dass Laub lustig von den Bäumen fällt, braun, rot und gelb. Die Leute sehen gar nicht lustig auf die Straßen und Wege, die von einem bunten Blätterteppich belegt sind, der aussieht, als würde er schnell zu schmierigem Matsch. Schon aber sind die Männer der Stadtreinigung zur Stelle, sie fegen das Laub von den Straßen, dass es nur so wirbelt, und wenn es dann vielleicht heftig regnet, dann freuen sich die Fußgänger und Autofahrer über die segensreiche Einrichtung der Gullys, die schlucken können, was die Kanalisation nur schaffen kann, denn die Gullys sind vorsorglich freigeräumt worden vom Laub.

Der Laubfall gehört noch immer zu den Gewissheiten des Berliner Lebens. Anders als im alten Märchen stapelt sich mitunter auf den Straßen so viel Laub, dass es bei Regen eine schmierige, dicke und rutschige Schicht ergibt. Die Schicht kann so pappig sein, dass die Gullys Schluckbeschwerden kriegen. Schon aber sind Männer vom Technischen Hilfswerk, der Feuerwehr oder der Polizei zur Stelle, die Gullys Luft verschaffen und große Pfützen, ach was, kleine Seen, absaugen und Autos umleiten. Sollten wir auch viele Männer von der Stadtreinigung sehen – es wäre einfach märchenhaft.

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