Berlin : Märchentage: Sagenhaftes aus dem Norden

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Im Norden Europas sind der Sage nach nicht nur Trolle und Gnome, sondern auch der Weihnachtsmann und seine Helfer zu Hause. Für die "Berliner Märchentage" machen sie sich nun jedoch auf den Weg nach Süden: Vom morgigen Donnerstag bis Sonntag, dem 3. Dezember, werden an rund 200 Veranstaltungsorten in allen Berliner Bezirken Geschichten aus den nordischen Ländern erzählt, gelesen, gespielt oder sogar gesungen und getanzt.

Die Neue Gesellschaft für Literatur (NGL), die das Treffen der Märchenerzähler seit 1990 organisiert, hat sich mit den elften Märchentagen zum ersten Mal vorgenommen, "die Welt nach Berlin einzuladen", sagt Projektleiterin Silke Fischer. Von nun an soll jedes Jahr eine andere Weltregion den Schwerpunkt bilden. Nach Skandinavien und Finnland werden im kommenden Jahr "Geschichten aus 2001 Nacht" an der Reihe sein.

"Mit dem neuen Konzept wollen wir den Berlinern fremde Kulturkreise und Traditionen nahe bringen", sagt Fischer. Sie sehe darin eine friedliche Form der Völkerverständigung, die im frühesten Kindesalter jeder Fremdenfeindlichkeit den Wind aus den Segeln nehmen soll. Unter den etwa 400 Veranstaltungen der Märchentage sind jedoch auch einige, die sich vornehmlich an ein erwachsenes Publikum richten.

So treffen sich zum Beispiel am 2. und 3. Dezember an der Humboldt-Universität Wissenschaftler aus Deutschland sowie aus Skandinavien zu einem Symposium. Fischer verspricht ein Wochenende, an dem es viel über Märchen und Mythen zu erfahren geben wird - und zwar für jeden: "Das wird kein Treffen von Fachleuten für Fachleute." Ein Forum soll es auf den Märchentagen aber nicht nur für die Großen geben. Am 1. Dezember tragen im FEZ-Wuhlheide in Köpenick fünfte Klassen aus mehreren Berliner Schulen Märchen vor, die sie selbst geschrieben haben.

Die Märchentage werden nach Schätzungen der NGL etwa 400 000 Mark kosten. Die Finanzierung haben zum Großteil private Sponsoren übernommen oder wurde über die Kooperationen mit den Veranstaltungsorten sowie den nordeuropäischen Botschaften ermöglicht. Die Stadt Berlin steuere dagegen nur eine halbe Mitarbeiterstelle bei, beklagt Mareike Röper, Leiterin der NGL. Das sei zu wenig, um langfristig zu garantieren, dass es über die Märchentage nicht einmal heißen müsse: Es war einmal...

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