• Magische Momente auf dem Kahn der Sinne Solebäder und Bootsfahrten locken auch im Winter

Berlin : Magische Momente auf dem Kahn der Sinne Solebäder und Bootsfahrten locken auch im Winter

in den Spreewald und in die Therme im Kurort Burg.

von
Foto: dpa
Foto: dpa

Wenn ein alteingesessener Schweizer von der „Magie des Spreewaldes“ schwärmt, klingt das überzeugend. Er dürfte schließlich die starke Wirkung einer besonders geformten Landschaft auf Einheimische und Gäste kennen. „Der Spreewald war mir vom Namen her durchaus schon vor meinem ersten Besuch im Jahre 2001 bekannt“, erzählt der Betriebswirt Stefan Kannewischer, der im Kurort Burg die Spreewaldtherme mit angeschlossenem Hotel als Teil eines Familienunternehmens führt. Inzwischen hat sich der Unternehmer aus der Stadt Zug in den Spreewald verliebt. „Bei mir genügt schon eine kurze Fahrt auf einem der bekannten Kähne, um in eine andere Welt einzutauchen“, sagt der 45-Jährige. „Die Straßen sind aus dieser niedrigen Sitzposition nur noch zu erahnen und man fühlt sich nach wenigen Minuten fast wie im Urwald.“ Außerdem nehme er auf den schier endlosen Armen der Spree dann ganz andere Dinge wahr, zum Beispiel Tierstimmen oder das Rauschen der Bäume. Die Jahreszeit sei für solche Entspannungstouren gar nicht so wichtig.

Demnächst will er den „Kahn der Sinne“ ausprobieren, den er schon einige Male voller Sehnsucht beobachtet habe. Da liegen zwei bis maximal vier Personen auf bequemen Sitzsäcken nahezu waagerecht und blicken zum Himmel. „Das muss einfach herrlich sein.“ Auch im Winter legt dieser „Kahn der Sinne“ regelmäßig in Burg ab, wobei die Fahrgäste für die gut einstündige Tour natürlich dick eingepackt und mit entsprechenden heißen Getränken beköstigt werden.

Allerdings beschäftigt sich Stefan Kannewischer nicht nur privat mit der „Magie des Spreewaldes“, sondern vor allem geschäftlich. In der von ihm geführten Therme erleben die Besucher – im Schnitt zwischen 300 und 400 Gäste gleichzeitig – eine Lagunenlandschaft. Eine im Spreewald von Ernährungswissenschaftlern entdeckte Alge findet sich in der eigenen Wellness- und Kosmetikserie und in der Küche der Therme und des angeschlossenen Hotels wieder. Sie kommt nur in klarem Wasser vor, weshalb die drohende Braunfärbung der Spree durch Rückstände aus dem Braunkohlentagebau bei Touristikern viel Beunruhigung auslöste. Die ersten Schritte zur Verhinderung einer Umweltkatastrophe wurden getroffen. In Burg jedenfalls ist von einer „Verockerung“ der Spree noch nichts zu spüren.

Zum Glück kommt der größte Schatz der Therme aus großer Tiefe. Genau 1350 Meter messen die Rohre, die die Sole mit mehreren guten Eigenschaften auf dem eigenen Grundstück anzapfen. Sie soll bei trockener Haut helfen, gleicht den Säure-Base-Haushalt aus und lindert Beschwerden in den Atemwegen und im Bewegungsapparat.

Dennoch stellt sich trotz aller guten Vorsätze das erhoffte Wohlbefinden nicht immer ein. Man springt gerade bei etwas frischen Temperaturen schnell aus dem Auto, eilt in die Therme, setzt sich lange Zeit ins 37 Grad Celsius heiße Sprudelbecken, eilt zur Liege und ist völlig schlapp. „Das richtige Baden will gelernt sein, um sich wirklich wohlfühlen zu können“, rät Kannewischer. „Dafür muss zuerst der Kreislauf in Schwung gebracht werden, also auf einer straffen Wanderung oder einer Radtour durch den Spreewald oder in unserem Fitnessstudio.“ Anschließend sollten das wechselwarme Baden im Heiß- und Kaltwasserbecken und ein Saunagang folgen. Hier werde oft das Fußwärmbecken vergessen, das so wichtig sei. An diese Phase schließe sich die körperliche Erholung bei einer Massage oder an den Düsen im Massagebecken an, bevor die mentale Erholung im Kopf in einer stillen Umgebung beginnen könne.

Dezent werden die Thermenbesucher in Prospekten und Tafeln auf die Baderegeln hingewiesen. Wer es beim Baden gern etwas lebhafter will und vor allem mit Kindern unterwegs ist, findet im Spreewald noch andere lohnende Ziele. Das Spreewelten-Bad in Lübbenau beispielsweise machte deutschlandweit mit einer originellen Idee auf sich aufmerksam. Pinguine schwimmen hier hinter einer Glaswand auf Augenhöhe mit den Badegästen um die Wette, fast jedenfalls.

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar