Berlin : Magischer Picasso

Prominente zeigen ihr MoMA–Lieblingsbild: Schauspieler Erdal Yildiz mag „Knabe, ein Pferd führend“

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Der Schauspieler Erdal Yildiz war unter anderem in den Kinofilmen „Freunde“ und „Aprilkinder“ sowie an der Seite von Corinna Harfouch in der Krimiserie „Eva Blond“ zu sehen. Das Bild „Knabe, ein Pferd führend“ von Pablo Picasso erinnert ihn an seine Jugend in der Türkei.

„Das Bild ist mir förmlich ins Auge gesprungen, als ich reingekommen bin. Ich hatte es schon auf Katalogen und Kalendern gesehen, aber das Original ist viel faszinierender. Das lebt regelrecht. Wenn man es eine Weile anschaut, kann man irgendwann das Pferd schnauben hören, seinen Körper riechen und die rote Erde. Deshalb mag ich die frühen Bilder von Picasso so gerne: wegen dieser Magie, die in ihnen liegt. Je länger man sie betrachtet, desto stärker werden sie. Im Picasso-Museum in Barcelona habe ich einige frühe Sachen von Picasso gesehen.

Der „Knabe, ein Pferd führend“ gefällt mir aber besonders, weil ich mich selbst darin ein bisschen wiedererkenne. Ich bin auch so aufgewachsen, auf dem Land mit sehr vielen Tieren. Bis ich sieben war, lebte ich in einem kleinen Bergdorf im Osten der Türkei. Drei Häuser gab es dort nur, in denen wohnten mein Vater, sein Bruder und seine Schwester mit ihren Familien. Diese Weite, wie sie auf dem Bild zu sehen ist, kenne ich. Man sieht gar nicht, wo der Junge und das Pferd herkommen. Das scheint sehr weit weg zu sein, auf dem Bild scheint es weit und breit nichts zu geben außer den beiden. Aber das ist richtig so: Der Junge, das Pferd und die Natur, das wirkt alles sehr friedlich und gehört zusammen. Der Junge ist ziemlich dominant und selbstsicher, das muss man im Umgang mit Pferden sein. Er sieht aber auch traurig aus. So fühlt man sich manchmal, wenn man ganz allein ist in so einer Landschaft. Daran kann ich mich auch noch ganz genau erinnern. Ich weiß nicht, warum das passiert, nicht weil man sich verlassen fühlt. Im Gegenteil: Vielleicht, weil es so unglaublich schön ist in dieser Einsamkeit.“ ase

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