Berlin : Magix macht es spannend

Altaktionäre wollen beim Börsengang kassieren

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Die Berliner Magix AG will mit dem Erlös aus dem bevorstehenden Börsengang ihre Bekanntheit steigern, das Geschäft in Westeuropa, den USA und Asien ausbauen, Forschung und Entwicklung stärken und Spielraum für Zukäufe gewinnen. Die Chancen für das Unternehmen beurteilt Vorstandschef und Firmengründer Jürgen Jargon als ausgezeichnet: Mit seinen Multimedia- und Software-Angeboten habe Magix eine weltweit einmalige Marktstellung und sei idealer Partner für Online-Anbieter wie T-Online oder auch Mobilfunk-Betreiber. „Die Autobahnen sind sozusagen gebaut, aber die Autos fehlen noch. Wir liefern sie“, sagt Jaron am Mittwoch in Frankfurt.

Die Preisspanne für die Zeichnungsfrist der Aktien vom 3. bis 5. April wollen die Emissionsbanken und das Unternehmen erst an diesem Donnerstagabend nennen. Vorab war allerdings schon bekannt geworden, dass sie zwischen 12,20 und 21,70 Euro liegen soll. Jaron und die Emissionsbanken widersprachen diesen Angaben am Mittwoch nicht. Damit würde der Börsengang maximal 115 Millionen Euro bringen. Allerdings gehen nur rund 29 Millionen Euro an das Unternehmen, der Rest fließt in die Taschen der Altaktionäre. Der Wagnisfinanzierer 3i sowie die Beteiligungsgesellschaft tbg reduzieren ihre Anteile deutlich. Nach dem Börsengang sollen 42 Prozent der Anteile breit gestreut sein. Am 6. April soll die Magix-Aktie zum ersten Mal an der Frankfurter Börse notiert werden.

Magix wurde 1993 gegründet und konzentriert sich auf die Entwicklung von Software für die Bild-, Video- und Musikbearbeitung und andere Multimedia-Anwendungen sowie auf die Vermarktung über das Internet. Dazu kooperiert Magix auch mit Online-Diensten wie T-Online, Medion oder Swisscom und im Vertrieb mit Handelsketten und Amazon. Daneben liefern die Berliner Software an Mobiltelefon-Hersteller wie Samsung oder Motorola. Im Geschäftsjahr 2004/2005 erzielte Magix einen Umsatz von 27,5 Millionen Euro und damit 26 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Jahresüberschuss ging wegen erstmaliger Steuerzahlungen und höherer Marketingausgaben von 4,2 auf 3,2 Millionen Euro zurück. ro

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