Berlin : Mahmoud schweigt vor Gericht Intensivtäter ist seit gestern erneut angeklagt

Von Berlins bekanntestem Intensivtäter war zunächst nicht viel zu hören: Der 25-jährige Nidal R., dem seit gestern erneut der Prozess gemacht wird, schwieg zu den Vorwürfen. Dabei geht es um bandenmäßigen Diebstahl, Körperverletzung, Verkehrsdelikte und Straftaten im Zusammenhang mit Fluchten vor der Polizei. Ein erster Anlauf des Prozesses gegen den jungen Mann, der als „Mahmoud“ immer wieder für Schlagzeilen sorgte, war im Oktober geplatzt.

Die Richter hatten vor zehn Wochen eine psychiatrische Begutachtung angeordnet. Der Sachverständige soll auch einschätzen, ob von Nidal R. möglicherweise eine Gefahr für die Allgemeinheit ausgeht. Damit stand eine Sicherungsverwahrung im Raum. Doch das vorläufige Gutachten soll deutlich Entwarnung signalisiert haben. Auch die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt wegen Drogen- oder Alkoholproblemen komme nach derzeitiger Einschätzung nicht in Betracht, hieß es am Rande der Verhandlung. Es hätten sich auch keine Anhaltspunkte für eine verminderte Schuldfähigkeit ergeben.

Nidal R. ist nach eigenen Angaben staatenloser Palästinenser. Einen Beruf hat er nicht erlernt. Seine kriminelle Karriere soll bereits im Alter von etwa zehn Jahren begonnen haben. Delikte wie Körperverletzung und Raub ziehen sich durch sein Strafregister mit 13 Eintragungen. 2002 wurde er zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. 2005 saß er wegen einer Auseinandersetzung vor einer Diskothek vor Gericht. Zuletzt bekam er sechs Monate Haft wegen Beleidigung von zwei Wachtmeistern im Gefängnis. Die jetzt verhandelten Taten soll er begangen haben, als er gegen Meldeauflagen in Freiheit war. K.G.

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