Berlin : Mahnmal-Stiftung: Rücktritt war lange geplant

Geschäftsführerin Sibylle Quack über die Gründe ihres Ausscheidens

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Zwischen dem angekündigten Ausscheiden der Geschäftsführerin der „Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas“, Sibylle Quack, und der Beteiligung der Firma Degussa am Bau des Mahnmals gibt es keinen Zusammenhang. Das erklärte Sibylle Quack gegenüber dem Tagesspiegel. Ihr Vierjahresvertrag mit der Stiftung laufe am 31.März 2004 aus. Bereits seit längerer Zeit sei sie entschlossen gewesen, nicht in Verhandlungen über einen Anschlussvertrag einzutreten. Nachdem sich aber im Sommer der Streit über die Beteiligung der Degussa am Mahnmalbau zuspitzte, habe sie nicht durch einen Hinweis auf das Auslaufen ihres Vertrages den Eindruck erwecken wollen, ihre Entscheidung hänge mit der DegussaDebatte zusammen (die Degussa hatte während der NS-Zeit an die KZs das Giftgas Zyklon B für die Ermordung der Juden geliefert). Sie habe im Sommer durch ihr Weiterarbeiten mithelfen wollen, „die Dinge wieder zusammen zu fügen“. Von der Richtigkeit der Entscheidung, die Degussa nicht vom Bau des Mahnmals auszuschließen, sei sie „felsenfest überzeugt“. Sie persönlich sei „sehr froh, dass es so gelaufen ist“.

Sibylle Quack betonte, sie als Wissenschaftlerin habe die Planungsarbeit bis zur Bauphase begleitet. Die Bausteuerung könne aber nun vermutlich jemand anders besser als sie überwachen. Ihre eigene berufliche Zukunft sieht sie künftig wieder verstärkt in wissenschaftlichen Projekten. Tsp

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