• Mahnwachen für getöteten Jugendlichen Freunde und Angehörige von Cavit Hacidursunoglu

Berlin : Mahnwachen für getöteten Jugendlichen Freunde und Angehörige von Cavit Hacidursunoglu

rufen zum Gedenken am U-Bahnhof Wittenau auf

Stille Trauer. Nach dem tödlichen Streit brachten Freunde und Verwandte des Opfers Blumen, Kerzen und Briefe an den Bahnhof Wittenau. Foto: dapd
Stille Trauer. Nach dem tödlichen Streit brachten Freunde und Verwandte des Opfers Blumen, Kerzen und Briefe an den Bahnhof...Foto: dapd

Zahlreiche Polizisten sicherten am Samstagabend zwei Mahnwachen für den am vergangenen Wochenende erstochenen Cavit Hacidursunoglu. Der 17-Jährige war am 11. Dezember bei einer Auseinandersetzung zwischen zwei Jugendgruppen am U-Bahnhof Wittenau von einem 15-Jährigen mit einem Messer attackiert und durch einen Stich in die Brust tödlich verletzt worden. Nach zahlreichen Drohungen im Internet wurden weitere Auseinandersetzungen befürchtet. Wie berichtet, hatte auch der Reinickendorfer Jugendstadtrat Peter Senftleben (SPD) nicht ausgeschlossen, dass „die Situation eskalieren könne“.

Zunächst wollte gestern ab 17 Uhr die Junge Union eine Mahnwache unter dem Motto „Wir setzen ein friedliches Zeichen gegen Gewalt“ abhalten. Nach Angaben des Vorsitzenden der JU Reinickendorf, Tim-Christopher Zeelen, seien alle Jugendlichen zur Teilnahme aufgerufen. Zeelen sprach sich zudem für ein Messerverbot im öffentlichen Raum aus.

Für 18 Uhr hatten Freunde und Angehörige des aus der Türkei stammenden Jugendlichen zu einer Mahnwache aufgerufen. Da im Internet zahlreiche Racheaufrufe kursieren, hatte sich die Polizei für den Abend personell auf Auseinandersetzungen am U-Bahnhof oder dessen Umgebung eingerichtet. Wie berichtet, stammt die Jugendgruppe des Tatverdächtigen aus Tegel-Süd, Cavit und dessen Freunde aus dem Märkischen Viertel.

Der mutmaßliche Haupttäter war kurz nach der Tat mit sechs weiteren Beteiligten an der Schlägerei festgenommen worden. Der 15-jährige Maik R. (Name geändert) wurde in ein geschlossenes Heim ins brandenburgische Frostenwalde gebracht, gegen ihn wurde ein Unterbringungsbeschluss wegen Totschlags erlassen. Wie berichtet, war der Jugendliche zuvor durch diverse Straftaten aufgefallen. Bei der Polizei wurde er als „Kiezorientierter Mehrfachtäter“ geführt, die Justiz wollte ihn demnächst in die Intensivtäterliste aufnehmen. Auch der ältere Bruder, der bei der Polizei als Drogenkonsument bekannt ist, war, wie berichtet, nach der Schlägerei festgenommen worden. Nach Polizeiangaben hatten sich beide Gruppen bereits nachmittags geschlagen, abends sei dann der Streit eskaliert, möglicherweise ausgelöst durch einen Schneeballwurf.

Bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe hatten die beiden Veranstaltungen noch nicht begonnen. Am 11. Januar wäre Cavit 18 Jahre alt geworden, für diesen Tag ist ein großer Trauermarsch geplant. Ha

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