Mai-Demonstrationen : Wowereit: "Gewalttätern keine Chance geben"

Die Polizei hofft, dass Berlin friedlich in den Mai feiert und auch am Tag der Arbeit alles ruhig bleibt. In den Vorjahren flogen immer wieder Steine und Flaschen gegen Polizisten. Der Regierende Bürgermeister Wowereit fordert: Gewalttätern keine Chance.

Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister von Berlin
Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister von BerlinFoto: dpa

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hat an alle Demonstranten am 1. Mai appelliert, friedlich und ohne Gewalt auf die Straße zu gehen. Die Demonstrationsfreiheit dürfe von niemandem missbraucht werden, sagte Wowereit laut Mitteilung am Dienstag. „Ich appelliere an alle Demonstrierenden, den Tag der Arbeit zu einem friedlichen Fest zu machen und Gewalttätern keine Chance zu geben.“

Am 1. Mai sind in der Hauptstadt mehr als ein Dutzend Demos angemeldet. In den Vorjahren waren gerade nach Einbruch der Dunkelheit am Abend des 1. Mai immer wieder Steine und Flaschen gegen Polizisten geflogen. In der Walpurgisnacht - vom 30. April auf den 1. Mai - sind diesmal 3000 Polizisten im Einsatz, am 1. Mai rund 7000. Wie in den Vorjahren wird die Berliner Polizei von Kräften aus anderen Bundesländern unterstützt.

Gegen einen von der rechtsextremen NPD angemeldeten Aufzug hat ein Bündnis aus Politik, Gewerkschaften und Kulturschaffenden massive Proteste mit bis zu 10 000 Gegendemonstranten angekündigt. Es soll Sitzblockaden geben.

Neben dem NPD-Aufzug ist für die Polizei eine Demonstration linker und linksradikaler Gruppe am Mittwochabend Schwerpunkt des Einsatzes. Aus dem Zug der sogenannten Revolutionären-1.Mai-Demonstration heraus
war es wiederholt zu Gewaltausbrüchen gekommen. Gerechnet wird mit etwa 10 000 Teilnehmern.

Das Verwaltungsgericht hatte am Montag die Route dieser Demo bestätigt, die nicht direkt am Axel-Springer-Gebäude vorbeiführt. Die lange Glasfront der Axel-Springer-Passage und ein nahes Jobcenter seien als traditionelle Reizobjekte der Szene besonders gefährdet, begründete das Gericht.

Der neue Berliner Polizeipräsident Klaus Kandt hatte angekündigt, die Polizei halte an ihrer erprobten Doppelstrategie fest. Danach halten sich die Beamten bei friedlichen Demonstrationen zurück. Bei Ausbruch von Gewalt soll aber konsequent und schnell eingeschritten werden. (dpa)

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