Maikrawalle : Wer zahlt, wenn's Auto brennt?

Demolierte Autos, zerschlagene Scheiben, brennende Mülleimer - die Krawallmacher von Kreuzberg haben ihrer Zerstörungswut freien Lauf gelassen. Wer aber zahlt für die Wiedergutmachung der Schäden?

Florian Ernst

Bei den Ausschreitungen während der „Revolutionären 1. Mai Demo“, die am Freitagabend durch Teile Kreuzbergs zog, wurden neben Polizeifahrzeugen auch weitere Fahrzeuge und Hausfassaden beschädigt. So gingen zum Beispiel an der Sparkassenfiliale in der Skalitzer Straße mehrere Scheiben zu Bruch. Nun stellt sich die Frage, wer für den Schaden aufkommt.
„Bei Geschäften sind in der Gebäudeversicherung in der Regel auch Glasschäden abgesichert, auch bei Vandalismus“, sagte Katrin Rüter de Escobar vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Bei Privathaushalten seien Glasschäden meist nur versichert, wenn sie durch Sturmschäden oder ähnliche Ursachen entstünden, nicht aber bei Vandalismus. „Im Einzelfall muss jeder in seinem Versicherungsvertrag nachschauen“, sagt Rüter de Escobar. Schäden durch Vandalismus müssten dort einzeln ausgewiesen werden. Einfacher ist der Fall, wenn ein Auto durch Vandalismus beschädigt wurde. „Bei Vollkasko zahlt die Versicherung, bei Teilkasko nicht“, erklärt die Sprecherin. Auch hier sollte aber besser im Vertrag nachgeschaut werden, da nicht alle Versicherungen exakt die gleichen Bedingungen hätten.

In den vergangenen Jahren hatte auch das Land Berlin Randaleopfer zum Teil entschädigt. Einen Anspruch auf Entschädigung gebe es nur gegen die jeweiligen Täter, nicht gegen das Land Berlin, sagte ein Sprecher der Senatsverwaltung für Finanzen am Montag. Bei Sachschäden, die im unmittelbaren Zusammenhang mit der Demonstration stehen, gebe es aber die Möglichkeit einer so genannten Billigungsentschädigung durch die Senatsverwaltung, erklärte er außerdem. Also eine Entschädigung aus Kulanz, auf die kein Rechtsanspruch besteht. Diese greife allerdings nur nachrangig, also nur dann, wenn keine Versicherung zahlt. Wer eine solche Entschädigung bekommt, werde im Einzelfall entschieden.


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