Maiwochenende : So erlebte Berlin die Walpurgisnacht

Nach Mitternacht kam es in Friedrichshain zu vereinzelten Randalen. Die Polizei spricht dennoch von einer weitgehend friedlichen Walpurgisnacht. Unsere Tagesspiegel-Reporter waren in der Stadt unterwegs, um die Stimmung in den verschiedenen Bezirken einzufangen und live zu berichten. Schildern auch Sie uns Ihre Eindrücke!

1. Mai Walpurgisnacht
Bevor Besucher auf den Boxhagener Platz durften, mussten sie mitgebrachtes Bier aus Glasflaschen in Plastikbecher umfüllen - oder...Foto: dpa

Berlin1. Mai - morgens

"Überwiegend friedlich" - das ist die Bilanz der Polizei. Und das, obwohl in der diesjährigen Walpurgisnacht bis zum Morgen 57 Personen festgenommen und 48 Beamte leicht verletzt wurden. Aktionen von Gewalttätern hätten aber von den 2000 eingesetzten Polizisten eng begrenzt und schnell unterbunden werden können. Gegen die Festgenommenen wird wegen schweren Landfriedensbruchs, versuchter Gefangenenbefreiung und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt.

Dabei sah es zunächst so aus, als würde die Nacht zum 1. Mai ohne Randale ablaufen. Feiern im Kreuzberger Viktoriapark und am Kollwitzplatz in Prenzlauer Berg waren friedlich. Im Mauerpark, wo bis zu 2000 Menschen feierten, blieb es die ganze Nacht bei einer Volksfeststimmung. Nur gegen 5.45 Uhr setzen Unbekannte vier Mobilklos in Brand.

Nach Mitternacht gab es in Kreuzberg und Friedrichshain aber doch noch Ärger. In der Oranienstraße blockierten rund 250 Personen die Fahrbahn und zündeten Feuerwerk. Die Polizei beendete kurz vor 2 Uhr die Aktion. Hier kam es vereinzelt zu Steinwürfen gegen die Polizisten. Am Boxhagener Platz in Friedrichshain wurde ein Müllcontainer in Brand gesetzt, einige Bushaltestellen wurden demoliert. An mehreren Stellen wurden Steine und Flaschen auf Polizisten geworfen. Gegen 3 Uhr hatte die Polizei am Wismarplatz noch rund 100 Personen eingekesselt.

Zudem kam es zwischen 0.55 Uhr und 3.15 Uhr in Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg und Pankow zu insgesamt fünf Brandanschlägen auf Kraftfahrzeuge. In Lichtenberg konnte eine weitere Tat verhindert werden.

Trotzdem - in früheren Jahren sei die Gewalt viel größer gewesen, sagt ein Sprecher. Insgesamt seien die Veranstaltungen durchgehend friedlich gewesen, die Gewalt sei dann im Anschluss von kleineren Gruppen ausgegangen. Dennoch könnte dieser 1. Mai eine größere Herausforderung als in den vergangenen Jahren werden. Neben Demonstrationen linker Gruppen, nach denen es früher oft Krawalle gegeben hatte, sorgen auch griechische Basketball-Hooligans (mehr hier...) sowie Anhänger der rechtsextremen NPD für Konflikt- und Gewaltpotenzial (mehr hier...).

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