Berlin : Makoua zieht nach Stuttgart – aber erst in vier Monaten

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Es gab da etwas, dass niemand Streit oder Ärger nennen möchte. ZooDirektor Jürgen Lange nennt es „Missstimmung“. Es ging darum, wie es mit Makoua weitergeht, dem Gorilla-Baby, das von seiner Mutter nicht angenommen wird. Dazu gibt es jetzt eine Entscheidung: Makoua kommt in die Affenaufzuchtstation in den Stuttgarter Zoo – aber erst in vier Monaten. „Damit haben wir den Kompromiss der europäischen Arterhaltungskommission angenommen“, sagte Lange. Die Kommission, abgekürzt EEP, hatte bereits vor Wochen empfohlen, dass Gorillababy nach Stuttgart zu bringen, wo es eine Aufzuchtstation für Menschenaffen gibt, die nicht von ihrer Mutter angenommen werden. Der Berliner Zoo wollte Makoua anfangs aber nicht hergeben. In Stuttgart leben derzeit drei sehr junge Gorillas und ein Orang-Utan-Baby, so dass Makoua dort unter Affen, also artgerecht, aufwachsen kann.

Aus dem Verlauf der Debatte und dem süddeutschen Beispiel zieht Lange nun ganz neue Schlüsse: Er will auch in Berlin eine Aufzuchtstation für Affen aufbauen. Entsprechende Pläne sollen im September auf einer Zootagung in Schweden diskutiert werden. „Stuttgart könnte die mutterlosen Affen aus dem Süden und Westen Europas aufnehmen“, so Lange, „und wir übernehmen die Fälle aus dem Norden und Osten“.

Die Entscheidung über Makouas Zukunft hat Lange bereits vor Tagen gefällt, sie aber erst am Freitag bekannt gegeben, weil er erst die Affenpfleger informieren wollte. Die hätten die Entscheidung „bedrückt“ aufgenommen, so Lange.

Makoua war am 11. Juni zur Welt gekommen. Mutter Effi hat ihr Baby nicht gefüttert, so dass man ihr das Tier weggenommen hat. Dazu wurde sie mit einem Betäubungsgewehr niedergeschossen. Makoua wird zur Zeit von Tierpfleger Reimon Opitz und seiner Frau in deren Wohnung über dem Affengehege versorgt. Außer schlafen und trinken macht der kleine Affe nicht viel. Spieltrieb entwickelt er erst ab dem Alter von vier Monaten. Deshalb soll er dann nach Stuttgart. Dort trifft er auf eine Halb-Berlinerin. Der jüngste Zugang im dortigen Zoo ist „Kissa“, eine Tochter des Ex-Berliner-Affen Bobo. ari

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