Berlin : Mal auf mal zu (Glosse)

Klaus Kurpjuweit

Ein Tor geht auf und zu. Das ist ganz normal. Auch am Brandenburger Tor ist es nicht viel anders. Mal dürfen die Autos durch und dann wieder nicht. Das ist ganz gewiss nicht normal, vor allem nicht für Autofahrer.

Dabei ist es ziemlich unstrittig, dass die Durchfahrt gesperrt werden kann, wenn es um die Sicherheit eines Staatsgastes geht, der im Hotel Adlon übernachtet. Warum dann aber an der östlichen Seite des Hotels der Verkehr sich auf der Wilhelmstraße weiter stauen darf, bleibt das Geheimnis der Sicherheitsexperten.

Und wenn 2000 Japaner gemeinsam mit den Berlinern feiern und dabei auch durchs Tor ziehen wollen, das man schließlich sogar im fernen Osten kennt, wird man nicht viel meckern können. Und den Marathon-Läufern wird man das Passieren, ohne Auspuffgase einatmen zu müssen, ebenfalls nicht verwehren. Ob man aber wirklich so viel Zeit braucht, um transportable Tribünen aufbauen zu können, bleibt die Frage.

Immerhin, Festzelte am Tor für ein auserwähltes, kleines, feines Publikum soll es nicht mehr so häufig geben. Da hatten sich die Verantwortlichen schon so manchen Ärger eingehandelt. Zu Recht.

Ersparen könnte man ihn ganz einfach: Man lässt das Tor einfach ganz zu. Auch solche Tore soll es geben. Und dabei muss man nicht einmal ein Tor sein.

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