Berlin : Mal tauschen

Bernd Matthies

beglückwünscht Peymann zur kreativen Buchführung Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?“ – das war Brecht. Claus Peymann, sein Nachfahre im Geiste, geht mit den Bänkern pragmatischer um – er lagerte bei ihnen 2003 rund drei Millionen Euro, die aus den Subventionen des Landeshaushalts fürs Berliner Ensemble irgendwie übrig geblieben waren. Dass er gleichzeitig mit Rücktritt drohte, weil man ihm Lottomittel streichen wollte, zeigt nur, was den ganz großen Theatermann vom nur großen unterscheidet: Es ist die Chuzpe, die ihm seine Arbeit als die definitiv wichtigste unter der Sonne erscheinen lässt.

Von solchen Tricks kann Finanzsenator Sarrazin noch was lernen. Womöglich sollten beide mal einen Ämtertausch erwägen: Der Landeshaushalt wäre dann zweifellos saniert. Und dem Berliner Ensemble würde umgekehrt ein wenig von Sarrazins unzerstörbarem Frohsinn nicht schlecht bekommen.

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