Berlin : Malerei in der Münze

Junges Kunstfestival beginnt am Molkenmarkt.

Alexander Budweg
Mach dir ein Bild. Der Berliner Bildhauer Markus Schaller lädt ein. Foto: Doris S.-Klaas
Mach dir ein Bild. Der Berliner Bildhauer Markus Schaller lädt ein. Foto: Doris S.-Klaas

Etablierte Künstler dominieren den Bestand in Galerien und Museen der Stadt. Für Nachwuchskräfte ist es oft schwer, einen Fuß in die Tür zu kriegen. „Der Kunstszene fehlt es an Lebendigkeit, weil sich vieles nur um den kommerziellen Aspekt dreht“, kritisiert der Bildhauer Markus Schaller. Er will junge Künstler fördern, denn ihnen liege mehr am Inhalt ihrer Werke und am künstlerischen Austausch, denn am Wert. Eine These, die Schaller mit dem Kunstfestival „Jung Art Berlin 2011“ untermauern will. 66 Künstler zwischen 21 und 35 Jahren präsentieren dort bis Sonnabend ihre Arbeiten aus den Sparten Malerei, Fotografie, Bildhauerei und Installation sowie Streetart. Ausstellungsort ist die Alte Münze am Molkenmarkt.

Schaller weiß, wie schwer der Durchbruch ist. Wer nicht über die „berühmte reiche Oma“ oder nötige Beziehungen verfüge, gehe unter. „Als junger Künstler konnte ich auch nur durch meine Arbeit überzeugen, weil ich weder über den familiären Background noch irgendwelche Kontakte verfügte“, sagt Schaller. Und er hatte Glück. Schon während er an der damaligen Hochschule der Künste studierte, zeigte eine Galerie in Italien seine Skulpturen. Heute zählt der 41-Jährige Berliner zu den auch international bekannten Bildhauern. Teilnahmen an Biennalen in Venedig und Vancouver sowie Ausstellungen in Frankreich und den USA verhalfen ihm dazu. Seine letzten Ausstellungen in Berlin waren im Georg-Kolbe-Museum in Westend zu sehen und in der Guardini Galerie am Askanischen Platz in Kreuzberg.

Mit „JungArt Berlin“ will Schaller nun der nächsten Generation helfen. „Bei der Auswahl der Künstler haben wir uns bewusst für einen Wettbewerb entschieden, um auch den verkannten Genies eine Chance zu geben“, sagt er. Die Aufgabe: eine Arbeit zum Thema „Umfeld und Identität“. Die 66 Finalisten mussten sich dabei gegen 1000 Mitbewerber aus ganz Deutschland durchsetzen.

Mit der Einladung zum Festival ist der Wettbewerb aber noch nicht vorbei. Während auf der Eröffnungsfeier der Newcomer 2011 mit dem Hauptpreis im Wert von 5000 Euro geehrt wurde, werden zum Abschluss am Sonnabend noch die Gewinner in den Einzelkategorien bekannt gegeben. Auf sie warten immerhin 500 Euro Preisgeld und eine Gruppenausstellung während des Berliner Gallery Weekends im April kommenden Jahres.

Das Festival, zu dem täglich mehr als 1000 Besucher erwartet werden, soll mehr als eine Castingshow für Nachwuchskünstler sein. Mit Auftritten von DJs und Bands, Filmvorführungen, Vorträgen und Kursen soll auch der Austausch zwischen Künstlern und Publikum gefördert werden. Alexander Budweg

„JungArt Berlin 2011“ läuft noch bis Sonnabend, täglich von 14 bis 20 Uhr, die Abendveranstaltungen beginnen um 20.15 Uhr. Eintritt zwischen 5 und 12,50 Euro, ermäßigt 2,50 Euro (Studenten). Details im Netz unter www.jungart-berlin.com.

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