Mall of Berlin : Ermittlungen gegen Bauherr Harald Huth

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen eines Streits um Aufträge und Zahlungen gegen den Bauherrn der Mall of Berlin. Geklagt hat eine Firma, die selbst im Zentrum mehrerer Prozesse um nicht gezahlte Löhne rumänischer Bauarbeiter steht.

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Bis zu 270 Geschäfte passen in die Mall of Berlin, die vor einem halben Jahr am Leipziger Platz in Mitte eröffnet hat. Ein weiterer Ausbau ist geplant.Weitere Bilder anzeigen
Foto: Cay Dobberke
30.06.2015 20:45Bis zu 270 Geschäfte passen in die Mall of Berlin, die vor einem halben Jahr am Leipziger Platz in Mitte eröffnet hat. Ein...

43.000 Euro – um diese Summe dreht sich der Streit zwischen einer Baufirma und dem Bauherrn der „Mall of Berlin“ am Leipziger Platz, die diesem nun ein Ermittlungsverfahren eingebrockt hat. Wie die Staatsanwaltschaft auf Anfrage bestätigte, geht es um den Vorwurf, dass Rechnungen nicht bezahlt worden sein sollen, was Bauherr Harald Huth bestreite. Nach seiner Darstellung sind die Leistungen mangelhaft gewesen und die unberechtigten Forderungen deshalb nicht beglichen worden. Die Ermittlungen dauern an.

Harald Huth sagte auf Anfrage: "Die Firma die die rumänischen Arbeiter nicht gezahlt hat, hat uns eine Rechnung präsentiert ohne das wir dafür einen Auftrag erteilt haben". Außerdem habe sie "auf einmal eine Abnahme meines Bauleiters aus dem Hut gezaubert, der nicht mehr für uns arbeitet". Außerdem betreffe die Rechnung eine Leistung, "die im Aufgabenbereich und der Verantwortung des Generalunternehmers lag", so Huth.

Das strafrechtliche Ermittlungsverfahren ist nur eine von vielen Auseinandersetzungen ums Geld, die nach der Fertigstellung des Einkaufszentrums vor Berliner Gerichten ausgefochten werden. Die Firma, die Huth verklagt, steht ihrerseits im Zentrum von insgesamt sieben Prozessen vor dem Arbeitsgericht. Dort klagen rumänische Bauarbeiter, die beim Bau des Shopping-Zentrums, das sie in „Mall of Shame“ umbenannt haben, um Löhne gebracht worden sein sollen. Nach Angabe von deren Rechtsanwalt Sebastian Kunz belaufen sich die Forderungen auf 26000 Euro.

Das Arbeitsgericht hatte den Fall im April verhandelt und Versäumnisurteile gesprochen, da die Beklagten zu einigen Terminen nicht erschienen waren. Dagegen legten Anwälte der Firma allerdings Einspruch ein. In anderen Fällen konnte keine Einigung erzielt werden im Rahmen von "Güteterminen". Weitere Termine finden in einigen Wochen statt.

Die „Mall of Berlin“ nach dem ersten Halbjahr
Bis zu 270 Geschäfte passen in die Mall of Berlin, die vor einem halben Jahr am Leipziger Platz in Mitte eröffnet hat. Ein weiterer Ausbau ist geplant.Weitere Bilder anzeigen
1 von 21Foto: Cay Dobberke
30.06.2015 20:45Bis zu 270 Geschäfte passen in die Mall of Berlin, die vor einem halben Jahr am Leipziger Platz in Mitte eröffnet hat. Ein...

Um 100 Millionen Euro insgesamt wollen rund 400 Firmen und Unternehmer während der Errichtung des Gebäudekomplexes gebracht worden sein, dessen zentrale Baufirma, die Fettchenhauer Controlling & Logistic GmbH, nach der Eröffnung pleiteging. Entsprechende Forderungen wurden jedenfalls in dem Insolvenzverfahren dem Insolvenzverwalter gegenübergestellt. Außerdem läuft gegen die Verantwortlichen dieser Firma ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft. Ihnen wird vorgeworfen, die Zahlungsunfähigkeit zu spät angezeigt zu haben und sich somit der Insolvenzverschleppung schuldig gemacht zu haben, was diese bestreiten.

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