Berlin : Manager fürs Soziale

Verbände und Verwaltung kooperieren verstärkt – das zahlt sich aus. 143 Projekte wurden unterstützt

Kein Sozialprojekt wurstelt mehr alleine vor sich hin, die gesamte Sozialarbeit auch der freien Träger wird berlinweit koordiniert und am Bedarf ausgerichtet: Diese Zusammenarbeit der Freien Wohlfahrtsverbände mit der Sozialverwaltung hat sich auch in den vergangenen zwei Jahren nach Einschätzung der Beteiligten „gut bewährt“. Die Mittelkürzungen in manchen Bereichen habe man so auffangen können, sagte gestern die Sprecherin der Liga der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in Berlin, Elfi Witten. So würden beispielsweise Projekte in der Jugend- oder Seniorenarbeit heute mehr denn je regional sinnvoll verteilt und dadurch effizienter. „Früher gab es zu viele Clubs an einem Ort, jetzt richtet man sie bedarfsgerecht ein.“

Anlass für das Lob ist die gerade fertiggestellte Leistungsbilanz der Wohlfahrtsverbände und der Senatsverwaltung für Soziales für 2006. Insgesamt 143 Sozialprojekte wurden in dieser Zeit mit 10,77 Millionen Euro Steuergeldern gefördert und von den Mitgliedern der Liga betreut. Zu diesen gehören die Caritas und Jüdische Gemeinde, das Deutsche Rote Kreuz und das Diakonische Werk sowie der Paritätische Wohlfahrtsverband. Seit mehr als zehn Jahren hat das Quintett mit der Sozialverwaltung eine landesweite Kooperation vereinbart, die laut Elfie Witten „ständig verbessert wird.“

Im Gegenzug können sich die anerkannten Projekte auf eine kontinuierliche, fünf Jahre lange Förderung verlassen. Die Zeiten, in denen sie jedes Jahr erneut um ihre weitere Unterstützung zittern mussten, sind vorbei. Auch diese Sicherheit ermögliche eine wirkungsvollere Arbeit, sagt Elfi Witten und verweist auf die Bilanz der Leistungen von 2006.

Danach engagierten sich die Verbände in der Alten hilfe, in Hospizprojekten, der Kinderkrankenpflege sowie bei Besuchsdiensten in Heimen oder bei der Wohnungsvermittlung und Integrationshilfe für Behinderte. Weiterhin wurden Projekte für Wohnungslose, Haftentlassene, Überschuldete sowie Sozialdienste für Migranten unterstützt. Wohnungslose Menschen erhielten beispielsweise rund 10 000 medizinische Behandlungen, es gab 22 000 Notübernachtungen und 758 000 Essen wurden an Obdachlose verteilt.

Auch rund 2000 Freiwillige sind in den Projekten aktiv. Sie werden auf vielfältige Weise unterstützt, da die Liga und die Sozialverwaltung zugleich Selbsthilfe und freiwilliges Engagement fördern wollen. Für 2007 liegen noch keine Zahlen vor, man habe aber auch im vergangenen Jahr die Qualitätskontrollen in der Sozialarbeit weiter verbessert, sagt Elfi Witten.

2008 will die Liga nun die Verwaltung überzeugen, dass die Organisation der Projekte entbürokratisiert werden muss. „Komplizierte Formulare und Vorschriften binden Kräfte, die wir dringend für alltägliche Hilfen benötigen.“ CS

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