Berlin : Manfred Radermachers ganz sensible Sache

Der Kurzkandidat für den CDU-Vorsitz ist Datenschützer der Bäderbetriebe – was macht er da?

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Datenschutz als FullTime-Job bei den Bäderbetrieben? Im Prinzip ja. Der 47-jährige Manfred Radermacher, der für einen Tag selbst ernannter Kandidat für den CDU-Landesvorsitz war, ist hauptberuflich Datenschutzbeauftragter bei den Bäderbetrieben. Solche Beauftragte seien gesetzlich vorgeschrieben, sagte der Sprecher des Berliner Datenschutzbeauftragten, David Gill. Ob es sich dabei um einen Haupt- oder Nebenjob handele, hänge von der Arbeitsfülle ab.

Radermacher wird bei den Bäderbetrieben auch noch als Sprecher geführt. Die Funktion übt jedoch Hans-Joachim Munte aus. Radermacher sei vor Jahren zum Datenschutzbeauftragten ernannt worden, so Munte. Der alte Vorstand habe eine Entscheidung dazu vor sich hergeschoben. Der Berliner Datenschützer habe dann aber gefordert, dass die „Pro Forma“-Funktion aufgegeben und ein echter Datenschützer installiert werden müsse. Radermacher baue dies nun auf; parallel dazu noch eine andere Funktion auszufüllen, sei nicht möglich. Radermacher war als Sprecher der Bäderbetriebe allerdings auch umstritten, so dass, wie es heißt, eine andere Aufgabe für ihn gesucht werden musste. Auf Dauer sei die Funktion eines Datenschutzbeauftragten keine voll ausfüllende Aufgabe, sagte ein Insider.

Einen hauptberuflichen Datenschützer gibt es zum Beispiel auch bei der BVG und der Stadtreinigung (BSR). Bei der Größe des Betriebs, den sensiblen Kundendaten und den ständigen Änderungen sei dies auch erforderlich, sagte BSR-Sprecher Bernd Müller. Die Wasserbetriebe beschäftigen ebenfalls einen Datenschützer im Full-Time–Job. Auch bei den Bäderbetrieben könnte es bald wieder eine Änderung geben. Der amtierende Sprecher Hans-Joachim Munte geht demnächst in den Ruhestand. Und dann wird sich zeigen, ob der offizielle Sprecher wieder sprechen darf, oder ob er weiter nur öffentlich auffällt, wenn er eine Kandidatur für einen politischen Posten ankündigt. kt

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