Berlin : Manifestation des Unmuts vor dem Arbeitsamt

Arbeitslose demonstrierten gegen Kürzung staatlicher Leistungen / "Kohl muß weg"-Sprechchöre BERLIN (brun / CD).Bei Protestaktionen von Arbeitslosen ist es am Donnerstag zu Rangeleien mit der Polizei gekommen.Ein Teil der Demonstranten versuchte in das Gebäude des Arbeitsamts in der Charlottenstraße einzudringen, wurde aber von der Polizei aufgehalten.Am Brandenburger Tor schwenkten Demonstranten Fahnen und Transparente und versuchten für kurze Zeit, den Verkehr zu blockieren.Die Polizei hinderte eine Gruppe daran, das Restaurant des Hotels Adlon am Pariser Platz zu besetzen.Nach der Ankunft des Demonstrationszugs vor dem Roten Rathaus versuchten mehrere Dutzend Teilnehmer, in das Gebäude einzudringen und warfen Steine gegen die Eingangstür.Demonstranten lieferten sich eine heftige Rangelei mit Polizisten, ohne daß es aber zu Verletzungen oder Schäden kam.Drei Personen wurden vorübergehend festgenommen. Die Aktionen gingen um 15 Uhr mit einer Versammlung im Haus der Demokratie zu Ende.An dem Demonstrationszug vom Landesarbeitsamt in der Friedrichstraße zum Roten Rathaus hatten sich nach Angaben der Polizei 1000 Menschen beteiligt, die Veranstalter nannten eine Zahl von 4000.Auftakt war eine Kundgebung um 10 Uhr vor dem Landesarbeitsamt Berlin-Brandenburg in der Friedrichstraße.Dort kritisierten Sprecher von Gewerkschaften, Parteien, Initiativen und Verbänden die Beschäftigungsinitiative der Bundesregierung als "Verhöhnung der Arbeitslosen". Der Aufruf zu den Protestaktionen stammte von Arbeitslosenverbänden und Erwerbsloseninitiativen, Jugendorganisationen und Initiativen.Während Demonstranten vor der Tür in Sprechchören "Kohl muß weg" riefen, gab Präsident Klaus Clausnitzer im Landesarbeitsamt den neuen Höchststand der Arbeitslosenzahlen bekannt.Die Quote für Januar liegt bei 17 Prozent, das entspricht 289 600 Arbeitslosen. Gegen 11 Uhr 11 Uhr zogen die Teilnehmer zum Arbeitsamt Charlottenstraße und erneuerten ihre Forderungen an die Bundesregierung.Neben der Rücknahme der zum 1.Januar verfügten Meldepflicht und der neuen Vorschrift für Bewerbungen forderten einzelne Gruppen monatliche Zuwendungen in Höhe von 200 Mark für Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger, ein gesetzliches Mindesteinkommen von 1500 Mark monatlich plus Miete und die Einführung der 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich. Lesen Sie auch:

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