Marek Dutschke : Grüne geben Abweichler noch eine Chance

Im Wahlkampf machte der Sohn von Rudi Dutschke Werbung für einen Freund aus der CDU. Das kam bei den grünen Parteifreunden gar nicht gut an. Doch vor der Verhängung von Sanktionen will der Landesvorstand erstmal reden.

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Politpromi Marek Dutschke.
Politpromi Marek Dutschke.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Der Landesvorstand der Berliner Grünen will mit dem Sohn von Rudi Dutschke über seine aktive Unterstützung des Pankower CDU-Direktkandidaten reden. „Wir suchen das Gespräch mit Marek Dutschke und behalten uns weitere Schritte vor“, sagte die grüne Landesvorsitzende Bettina Jarasch dem Tagesspiegel. Dutschke habe aus Sicht der Partei einen Fehler gemacht. „Auch ein einfaches Mitglied trägt Verantwortung“, sagte Jarasch. Dutschke hatte 2005 vergeblich versucht, für die Grünen in den Bundestag zu kommen. Ein Jahr später trat er zur Abgeordnetenhauswahl an, verfehlte aber erneut sein Ziel.

Jahrelang war es still um Dutschke, bis im Bundestagswahlkampf überraschend ein Schreiben auftauchte, in dem Dutschke die Vorzüge seines "guten Freundes", des CDU-Direktkandidaten Lars Zimmermann, pries. Zumindest die Erststimme sollten die Wähler doch bitte dem CDU-Mann geben. Das Schreiben ging an 35 000 Haushalte in Pankow. Dort rechnete sich auch der grüne Kandidat Andreas Otto gute Chancen aus. Letztlich ging der Wahlkreis an die Linken, gefolgt von der CDU. Kurz nach der Bundestagswahl twitterte Dutschke: „Habe gewählt. Beide Stimmen Grün." Offenbar hatte er nicht in Pankow gewählt. Für Tagespiegel Online war Dutschke nicht zu sprechen.

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