Berlin : Maria Bachmann: Und ab und zu ins "Borchardt"

Sebastian Schneller

Berlin, das sind für Maria Bachmann der Blick auf das Dach vom Sony-Center, und die Erinnerungen an vier Männer. Der erste ist Michael Greiling, mit dem sie in der Sat 1-Serie "Sommer und Bolten" vor der Kamera steht. Nummer zwei ist Tom Cruise, dessen Bild sie in einem selbst gebastelten Rahmen auf dem Nachttisch stehen hat. Der dritte ist Dominic Raacke, ebenfalls Schauspieler, ein guter Freund, und wohnt zwei Etagen über ihr. Nummer vier ist ebenfalls ein Nachbar. Udo Lindenberg wohnt drüben im Sony-Center. Die Laison mit ihm ist schon länger her, aber gerade in Berlin wird sie immer wieder daran erinnert.

Maria Bachmann fühlt sich hier wohl. Sie entschuldigt den unpersönlichen Stil ihrer Suite, um gleich danach zu erzählen, dass sie sich dennoch hier sehr gern aufhält. Morgens früh raus und abends spät zurück - da würde für Wohnidylle sowieso wenig Zeit bleiben. Sie mag den Blick aus ihrem Fenster, liebt es, die Menschen in ihren Büros oder Apartments zu beobachten.

Den unpersönlich wirkenden Schick ihrer Suite und des Viertels am Potsdamer Platz zieht sie allemal einem hübschen Altbau, beispielsweise in Charlottenburg, vor. In einem solchen Haus hatte sie im vergangenen Herbst gewohnt, während der Dreharbeiten zu einer anderen Staffel der Fernsehserie. Das einzige, was sie in Charlottenburg von den Nachbarn mitbekam, war das Bellen ihrer Hunde. Am Potsdamer Platz trifft sie immer irgendjemanden im Fahrstuhl, der "guten Morgen" sagt. "Ich brauche das Gefühl, dass da andere sind, die auch unterwegs sind", sagt sie. In ihrem Hotel sind viele unterwegs.

Dominic Raacke zum Beispiel, Mann Nummer drei. Ein alter Freund ist der "Tatort"-Kommissar für sie und genau wie Maria Bachmann nur auf Zeit am Potsdamer Platz zu Hause. Wenn sie nach einem langen Tag in den Studios in Spandau in ihre Suite zurückkommt, reicht ihre Kondition gerade noch, um einen Schlummertrunk mit Raacke in der Bar des Hotels Hyatt einzunehmen. Dann sitzen sie da, schauen auf die nächtliche Silhouette am Musical-Theater und fragen sich gegenseitig ihre Texte ab. Wenn der Ausgehradius dann doch mal über das Daimler- und Sony-Areal hinaus geht, zieht es Maria Bachmann zum Beispiel ins "Borchardt". Kürzlich kam dort der Chef des Hauses auf sie zugestürzt, um ihr zu sagen, dass am Abend zuvor Udo Lindenberg da war.

Maria Bachmann verdreht die Augen, wenn sie davon erzählt. Ihre alte Laison mit dem Panikrocker ist für sie ein abgeschlossenes Kapitel und kaum noch eine große Geschichte wert. Es war Mitte der 80er Jahre, als sie zum ersten Mal Udo Lindenberg begegnete. Er stand auf der Karriereleiter ganz oben, sie war damals noch Krankenschwester. Als er sie nach dem Konzert zu sich in den Tourbus winkte, kam ihr das so vor, als hätte sie Mick Jagger zum Tee eingeladen. Sie erzählt: "Ich hatte den Eindruck, er ist der einzige, der mich versteht und irgendwie sind wir aneinander hängen geblieben und dabei ist diese ganze Liebesgeschichte entstanden."

Männer werden in auch ihrer beruflichen Zukunft weiterhin eine große Rolle spielen. Nicht als Schaupielerin, sondern Regisseurin. Maria Bachmann will einen Film drehen. Arbeitstitel: "Frauen". Männer sucht man auf der Besetzungsliste vergeblich, und trotzdem stehen sie im Mittelpunkt. Ähnlich dem Vorbild-Filmklassiker von George Cukor aus den 40er-Jahren, unterhalten sich die Frauen über die Männer - selbstverständlich nicht nur als Objekte der weiblichen Begierde.

Bis es soweit ist, genießt Maria Bachmann den Bick aus ihrem Fenster. Und beobachtet einen bislang namenlosen Nachbarn beim Lesen, Essen und Feiern. Den Rat einer Freundin, einfach mal bei ihm zu klingeln, hat sie noch nicht umgesetzt. Stattdessen schaut sie auf des Bild von Tom Cruise, den sie mag, weil er "unglaublich professionell arbeitet". Und ein anderer ihrer Männer hat sich kürzlich auch wieder gemeldet: Udo Lindenberg. Für eine gemeinsame Verabredung hat es trotzdem nicht gereicht. Sie haben noch keinen gemeinsamen Termin gefunden.

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